Forderungen nach Impfregister werden lauter

Berlin – Vor dem Hintergrund des Drängens auf mehr Impfungen gegen SARS-CoV-2 werden auch die Forderungen nach einem nationalen Impfregister lauter.
„Ein zentrales Impfregister ist die einzige Möglichkeit, wie wir wirklich gesicherte Zahlen über das Impfgeschehen in Deutschland gewinnen können“, erklärte die SPD-Gesundheitsexpertin Martina Stamm-Fibich in Berlin. „Das Durcheinander um die Erfassung der Impfquote in Deutschland muss ein Ende haben“, forderte sie weiter.
Sie verwies dabei auch auf die Pläne für eine allgemeine Impfpflicht. „Wenn wir über eine allgemeine Coronaimpfpflicht diskutieren wollen, dann müssen wir auch so ehrlich sein und sagen, dass wir diese ohne eine valide Datenbasis überhaupt nicht einführen und umsetzen können“, sagte die SPD-Politikerin.
Das jetzige Durcheinander aus dezentral erhobenen Meldungen der Ärzte, Teilstichproben oder Querschnittsuntersuchungen führe dazu, dass lediglich Schätzungen über die Impfquote existierten.
Stamm-Fibich verwies auch auf weitere Vorteile, die mit einem funktionierenden Impfregister verbunden seien. So wäre es beispielsweise dann leichter, langfristig seltene Nebenwirkungen zu erfassen. Eingerichtet werden könnte ein solches Register an dem laut Koalitionsvertrag geplanten neuen Institut für öffentliche Gesundheit.
Unterstützt wird die Forderung nach einem Impfregister aus den Reihen der Apotheker. „Bevor man sich politisch zum Thema Impfpflicht einig wird, brauchen wir ein zentrales Impfregister“, sagte der Vorsitzende des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, der Rheinischen Post. Auch er kritisierte die bislang unbefriedigende Datenlage zu Impfungen.
„Mit einer zentralen Impfdatenbank könnte die Bevölkerung gezielt zu weiteren Auffrischimpfungen eingeladen werden“, sagte Preis weiter. In der Ampel-Koalition im Bund ist die Einführung eines Impfregisters umstritten.
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