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Gesundheit von Mädchen hat sich weltweit verbessert, aber weiter große Unterschiede

  • Donnerstag, 8. Oktober 2026
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Hamburg/Bochum – Die gesundheitliche Situation von Mädchen hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten weltweit deutlich verbessert. Allerdings leben weiterhin rund 290 Millionen Mädchen in Ländern mit niedriger oder sehr niedriger Mädchengesundheit. Das geht aus den ersten Ergebnissen des Weltmädchenindex hervor, den die Organisation „Plan International Deutschland“ gemeinsam mit dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV) der Ruhr-Universität Bochum entwickelt hat.

„Die Ergebnisse des Weltmädchenindex zeigen, dass Investitionen wirken, dass politischer Wille etwas bewegt und dass Fortschritt möglich ist. Jetzt kommt es darauf an, die erreichten Fortschritte zu sichern und diejenigen Mädchen zu erreichen, die bislang nicht ausreichend von ihnen profitieren. Ihre Chancen auf ein gesundes und selbstbestimmtes Leben dürfen nicht davon abhängen, wo sie geboren wurden“, sagte Petra Berner, Vorstandsvorsitzende von Plan International Deutschland, bei der Vorstellung des Index.

Der Index untersucht die gesundheitliche Situation von weltweit gut 971 Millionen Mädchen und jungen Frauen im Alter von fünf bis 19 Jahren. Dafür wurden Daten aus 192 Ländern für die Jahre 2000 bis 2023 ausgewertet. Berücksichtigt werden fünf Indikatoren: die Sterblichkeit von Mädchen, Anämie, die Geburtenrate bei Zehn- bis 19-Jährigen, die Müttersterblichkeit in dieser Altersgruppe sowie die Krankheitslast durch sexuell übertragbare Infektionen einschließlich HIV.

Die Daten stammen aus den Weltbevölkerungsprognosen der Vereinten Nationen und der Global-Burden-of-Disease-Studie. Für den Index werden die fünf Indikatoren auf eine Skala von null bis 100 übertragen und zu einem Gesamtwert zusammengefasst. Höhere Werte stehen für eine bessere gesundheitliche Situation.

Der globale Durchschnittswert stieg zwischen 2000 und 2023 von 45,16 auf 51,07 Punkte. Die größten regionalen Fortschritte verzeichneten Sub-Sahara Afrika mit einem Zuwachs von 9,77 Punkten und Südasien mit 9,32 Punkten. Besonders deutlich verbesserte sich die Situation in Ruanda mit einem Anstieg um 33,07 Punkte, gefolgt von Äthiopien mit 29,78 und Burundi mit 27,52 Punkten.

Zu den wichtigsten Fortschritten zählt laut dem Report der Rückgang der Mädchensterblichkeit. Während im Jahr 2000 weltweit durchschnittlich fast jedes 800. Mädchen starb, war es 2023 etwa jedes 1.700. Mädchen. Auch die Wahrscheinlichkeit einer Geburt im Alter zwischen zehn und 19 Jahren sank um rund ein Drittel. Im Jahr 2000 bekam durchschnittlich jedes 31. Mädchen dieser Altersgruppe ein Kind, 2023 war es jedes 48.

Deutlich geringer fielen die Fortschritte bei der Müttersterblichkeit und sexuell übertragbaren Infektionen aus. Die entsprechenden Indexwerte verbesserten sich zwischen 2000 und 2023 lediglich um 0,72 beziehungsweise 1,04 Punkte.

Nach den zugrunde liegenden Daten starben 2023 weltweit durchschnittlich fast fünf Mädchen und junge Frauen pro Stunde an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt. Mehr als die Hälfte dieser Todesfälle entfiel auf Länder mit sehr niedriger Mädchengesundheit.

Trotz der globalen Verbesserungen bestehen laut dem Index erhebliche regionale Unterschiede: In Sub-Sahara Afrika erreichte der durchschnittliche Gesundheitswert 2023 30,83 Punkte. In Europa waren es dagegen 71,64 Punkte, in Ostasien 65,26 und in Nordamerika 64,25 Punkte.

Die Autorinnen und Autoren weisen aber auf Einschränkungen der Datenlage hin. Zum Beispiel fehlten häufig ausreichend differenzierte Informationen unter anderem zur psychischen Gesundheit, zu Impfquoten, zum Zugang zur Gesundheitsversorgung und zur sexuellen Selbstbestimmung.

Ein für das Jahr 2028 geplanter umfassender Weltmädchenindex soll laut Plan International Deutschland und dem IFHV zusätzlich die Bereiche Bildung, Schutz sowie Chancen und Teilhabe abdecken.

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