Gesundheitsminister Spahn will Debatte über Lebendspenden

Berlin – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will im Rahmen der Reform der Organspende auch eine Debatte über Lebendspenden. „Wir haben noch eine Debatte zu führen über das Thema Lebendspenden“, sagte der Minister nach einem heutigen Vorabbericht des Magazins Spiegel am Dienstag auf einer Veranstaltung des Bundesverbands der Organtransplantierten. Im Dezember will der Bundestag über eine Neuregelung der Organspende im Todesfall entscheiden. „Aus meiner Sicht ist es damit noch nicht zu Ende“ zitiert das Magazin den Minister.
Nach heutiger Rechtslage dürfen nur enge Angehörige und nahestehende Personen zu Lebzeiten Organe spenden. Experten fordern etwa, solche Lebendspenden auf einen größeren Personenkreis auszudehnen. Eine Diskussion um diese ethische Grundsatzfrage schiebe man seit Jahren vor sich her, monierte nun auch Spahn. Gerade für Nierenkranke seien Lebendspenden wichtig.
Bei der Abstimmung im Dezember geht es um Spahns Gesetzentwurf für die Einführung der sogenannten Widerspruchslösung. Der Entwurf sieht vor, dass alle Menschen als potenzielle Organspender gelten, wenn sie zu Lebzeiten ihren Widerspruch nicht in einem offiziellen Register hinterlegt haben. Ein Gegenvorschlag will, dass auch künftig die ausdrückliche Zustimmung zur Organspende erforderlich ist. Sie soll regelmäßiger abgefragt werden, auch Ärzte sollen dazu beraten.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: