Ärzteschaft

Gewalttätige Übergriffe gegen medizinisches Personal politisches Thema in Niedersachsen

  • Mittwoch, 14. September 2022
/patila, stock.adobe.com
/patila, stock.adobe.com

Hannover – Die zunehmenden gewalttätigen Übergriffe gegen Ärzte, Praxisteams und Einsatzkräfte standen vorgestern im Fokus einer Podiumsdiskussion anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl in Niedersachsen. „Es geht in vielen Notaufnahmen nicht mehr ohne Security – gerade am Wochenende und nachts“, betonte Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN). Dies sei eine „schlimme Situation“.

Die COVID-19-Pandemie habe das „Problem noch potenziert“, so die Kammerpräsidentin. Zum Schutz der Be­schäftigten müssten diese lernen, im Umgang mit Patientinnen und Patienten in Ausnahmesituationen zuerst ihre Eigensicherung zu beachten. „Ich muss mich erst mal selbst schützen – das widerspricht komplett unserem ärztlichen Vorgehen.“ Diese „neue Dimension“ gefährde auch die Patientenversorgung, gerade in Notfallsitua­tionen.

„Wir brauchen die gesellschaftliche Debatte – so geht man nicht miteinander um, erst recht nicht mit Men­schen, die helfen wollen“, betonte die niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD).

Ein zentrales Meldesystem – wie es unter anderem von der ÄKN gefordert wird – könne man zwar angehen, dies werde jedoch aufgrund der notwendigen Abstimmung zwischen allen Bundesländern, Bund und Bundeskriminalamt ein „sehr mühevoller Prozess“.

Behrens riet mit Nachdruck dazu, jeden Fall anzuzeigen: „Wir können uns nur darum kümmern, wenn es aktenkundig ist.“ Zudem sollten die Beschäftigten angebotene Deeskalations- und Präventionskurse nutzen.

EB/aha

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung