Große Zahl fehlender Pflegeheimplätze ab 2031 erwartet

Berlin – Der Deutsche Pflegerat (DPR) rechnet mit einer großen Pflegewelle ab 2031. Der Verband warnt bereits heute vor Engpässen in der Versorgung.
„Ich glaube, es wird unglaublich viele Familien geben, die für ihre Angehörigen keinen Heimplatz bekommen, die keine ambulante Versorgungsstruktur haben, und zwar in ganzen Regionen“, sagte Pflegeratspräsidentin Christine Vogler. Derzeit seien es nur Einzelfälle.
Aus Sicht von Vogler ist im Zuge der Pflegereform eine grundlegende Strukturdebatte notwendig. „Es geht derzeit nur darum, das bestehende System aufrechtzuerhalten“, so Voglers Kritik. Stattdessen brauche es eine Zukunftsvision für Deutschlands Gesundheitsversorgung.
„Wir müssen priorisieren, und die Bevölkerung darf nicht reflexhaft ‚Nein‘ zu Veränderungen sagen“, mahnte die Pflegeexpertin. Auch bestehende Privilegien gehörten auf den Prüfstand. Und Pflegekräfte sowie andere Therapeuten sollten mehr Handlungskompetenz erhalten.
„Essenziell ist, dass wir die versicherungsfremden Leistungen aus der Pflegeversicherung herausnehmen“, so Vogler mit Blick auf die Finanzen weiter.
Darunter fielen die Ausbildungskosten und letztlich auch die Kosten für die Rentenpunkte. „Diese Kosten müssen in die Steuerfinanzierung überführt werden, damit mehr Menschen – auch Privatversicherte und Beamte – sie schultern“, so Voglers Forderung.
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