Vermischtes

Handlungsfelder für eine bessere Krebsprävention

  • Montag, 7. September 2026
/Sebastian, stock.adobe.com
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Bonn/Heidelberg – Die Krebsprävention in Deutschland auszubauen, war eine Forderung des 2. Nationalen Krebspräventionsgipfels. Seit Ende der Woche liegt ein Ergebnisbericht der Tagung vor. Darin umreißen die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), wie Krebsprävention aussehen könnte.

Die an dem Gipfel beteiligten rund 50 Fachleute empfehlen unter anderem, Prävention politisch ressortübergreifend stärker zu verankern und die Erfahrungen erfolgreicher Modellprojekte bundesweit nutzbar zu machen.

Darüber hinaus sollten Schulen stärker in den Blick genommen werden. Auch müsse man lokale Präventionsstrukturen ausbauen und den volkswirtschaftlichen Nutzen von Prävention systematisch sichtbar machen, heißt es.

„Der vielfach empfohlene Health-in-All-Policies-Ansatz ist in der deutschen Politik bislang nicht verbindlich verankert“, heißt es in dem Ergebnisbericht. Um Krebsprävention systematisch in allen relevanten Politikfeldern zu berücksichtigen, brauche es eine verbindliche Gesundheitsfolgenabschätzung in allen Gesetzgebungsprozessen. 

Der Bericht weist darauf hin, dass Krebsprävention im Kindes- und Jugendalter beginnt – darum komme der Institution Schule eine Schlüsselrolle zu. Institutionell verankern ließe sich Prävention über Schulgesundheitsfachkräfte. Der Gipfel fordert, diese an allen Schulen systematisch zu etablieren.

Ein starker Hebel seien zudem Maßnahmen, die es den Menschen leichter machten, sich gesundheitsbewusst zu verhalten – also die Verhältnisprävention. Wichtig sei unter anderem, den Kindergesundheitsschutz durch Werbeverbote für gesundheitsschädliche Produkte zu stärken.

Entscheidend sei zudem, die Menschen niedrigschwellig in den verschiedenen Lebenswelten anzusprechen. „Prävention darf daher nicht ausschließlich als Aufgabe des Gesundheitssystems verstanden werden, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, heißt es in dem Ergebnisbericht.

Nicht zuletzt sei es bedeutsam, den volkswirtschaftlichen Nutzen von Prävention besser sichtbar zu machen. Nötig sei es dafür, die Datenverfügbarkeit, Datenverknüpfung und Datennutzung zu verbessern und Simulationsmodelle zu entwickeln.

„Wir wissen heute so viel wie nie zuvor darüber, wie Krebs verhindert werden kann. Aber wir schaffen es noch nicht, dieses Wissen umzusetzen“, sagte Rita Schmutzler, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, auf dem Gipfel.

„Die Ergebnisse des Krebspräventionsgipfels zeigen sehr konkret, an welchen Stellen politisches Handeln erforderlich ist. Jetzt müssen die politischen und strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden, um dieses Wissen konsequent in die Praxis zu überführen“, ergänzte Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ. 

Der Nationale Krebspräventionsgipfel wurde 2025 vom DKFZ und der Deutschen Krebshilfe mit dem Ziel initiiert, eine langfristige und tragfähige Krebspräventionsstrategie für Deutschland zu entwickeln. Der Gipfel findet einmal jährlich statt.

hil

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