Ärzteschaft

Hartmannbund warnt vor sektoralem Coronawettbewerb

  • Donnerstag, 30. Juli 2020
Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes und Präsident der Bundesärztekammer. /dpa
Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes und Präsident der Bundesärztekammer. /dpa

Berlin – Kliniken oder niedergelassene Ärzte? Wer hat sich in der Coronakrise eigentlich mehr hervorgetan? Eine Frage, die sich aus Sicht des Hartmannbundes gar nicht stellen sollte.

„Ob in der Klinik oder in der Niederlassung, ob ärztlich oder in der Pflege, jeder hat bis­her an seinem Platz Außerordentliches geleistet“, betonte Verbandsvorstand Klaus Rein­hardt, der zugleich Präsident der Bundesärztekammer ist.

Er warnte vor einem innerärztlichen Wettbewerb um die Frage, wer bisher in der Corona­krise am stärksten engagiert habe. Zuvor hatte die Deutsche Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin den Kassenärztlichen Vereinigungen vorgeworfen, sie hätten sich während der Coronapandemie ihrer Verantwortung entzogen.

„Das Thema ist schon allein deshalb für Auseinandersetzungen jedweder Art besonders ungeeignet, weil wir uns alle mit großer Wahrscheinlichkeit im Verlaufe dieser Pandemie noch gegenseitig brauchen werden“, so Reinhardt.

Der im Wesentlichen zwischen der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Kassen­ärztlichen Bundesvereinigung ausgetragene Streit darüber, wer bisher der größte Käm­pfer im Kampf gegen Corona gewesen sei, schade am Ende nicht nur in der Sache, son­dern auch dem Ansehen aller Beteiligten – auch bei der Politik.

Reinhardt: „Ich glaube zum Beispiel nicht, dass man sich mit Blick auf die Reform der Notfallversorgung in einem solchen Scharmützel wirklich Vorteile verschaffen kann.“

hil/sb

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