Hausärzteverband will Erhöhung der TI-Pauschale

Berlin – Eine Anpassung der TI-Pauschale fordert der Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HÄV) mit Verweis auf nach wie vor bestehende technische Probleme im Zusammenhang mit der Telematikinfrastruktur (TI).
„Inzwischen erreichen uns jede Woche neue Katastrophenmeldungen von der TI und den TI-Anwendungen. Diese kosten die Praxen nicht nur viel Zeit, sondern auch immer mehr Geld. Das Mindeste ist, dass die TI-Pauschale spürbar erhöht wird, um so wenigstens die Kosten zu decken, die aus dem Versagen der Verantwortlichen resultieren“, betonten heute die Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Beier.
Sie verwiesen auf eine Vielzahl teils sehr umfangreicher Ausfälle der TI, die zahlreiche Praxen weitgehend arbeitsunfähig gemacht hätten. Gleichzeitig hätten fast alle Praxen in den vergangenen Monaten einzelne TI-Komponenten austauschen müssen – das betreffe elektronische Heilberufsausweise (eHBA) genauso wie Konnektoren oder SMC-B-Karten.
„Die Praxen schlagen sich seit Monaten mit immer neuen Austauschprozessen herum, die von den Verantwortlichen allesamt katastrophal geplant und kommuniziert wurden“, so Beier und Buhlinger-Göpfarth. Anders als häufig behauptet, liefen diese Prozesse nicht rund.
Buhlinger-Göpfarth bezeichnete die anhaltenden Probleme als „Gift für die so dringend benötigte Digitalisierung des Gesundheitswesens“. Man begrüße daher ausdrücklich, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) angekündigt hat, künftig die Verantwortung zu bündeln und der gematik mehr Durchgriffsrechte gegenüber der Industrie an die Hand zu geben.
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