Vermischtes

Hitze könnte Armutsrisiko werden

  • Montag, 13. Juli 2026
/picture alliance, NurPhoto, Md. Rakibul, Hasan Rafiu
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Berlin – Hitze beeinflusst nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Einkommen der Menschen. Insbesondere Arbeitende in der Landwirtschaft und im Baugewerbe sind von solchen finanziellen Einbußen betroffen, heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung der Forschungseinrichtung Adelphi Global.

Nach Angaben der Forschenden sind Menschen über zwei Wege finanziell belastet: Zum einen über den Rückgang des Einkommens aufgrund von möglichen Arbeitsausfällen, zum anderen durch steigende Gesundheitsausgaben.

Denn in einigen der untersuchten Länder ist zum einen der Anteil der informell arbeitenden Menschen besonders hoch. Zum anderen müssen die Menschen einen hohen Anteil der Gesundheitskosten selbst tragen.

So zum Beispiel in Nigeria und Bangladesch: Die Forschenden gehen davon aus, dass 2030 im Baugewerbe und in der Landwirtschaft rund 24 Arbeitstage aufgrund von Hitze im Vergleich zu 1995 verloren gehen.

Gleichzeitig ist der Anteil der informell Arbeitenden in diesen Ländern besonders hoch: In Bangladesch liegt er zum Beispiel bei 93 bis 99 Prozent, sodass die Menschen durch ihre fehlende Arbeitsleistung direkte finanzielle Einbußen zu erwarten haben.

Zusätzlich tragen die Menschen medizinische Kosten größtenteils selbst: 79 Prozent der Gesundheitskosten werden aus eigener Tasche bezahlt. Auch in Nigeria liegen die privaten Zuzahlungen von medizinischen Leistungen bei 72 Prozent.

Arbeitsgesetze an Hitzeprognosen anpassen

„Arbeitsgesetze sollten zukünftige Hitzeprognosen berücksichtigen und Mechanismen zur monetären Entschädigung bei Arbeitsausfällen enthalten“, forderte eine der Autorinnen Mathilde Wilkens von Adelphi Global bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Zudem müssten öffentliche Gesundheitssysteme gestärkt und die Abhängigkeit von finanziellen Zuzahlungen verringert werden. Auch sollten mehr Menschen in formelle Arbeitsbedingungen gebracht werden, damit sie durch soziale Sicherungssysteme vor Hitze geschützt seien.

Weitaus geringer scheinen der Verlust der Arbeitskraft und die damit verbundenen finanziellen Einbußen in europäischen Ländern zu sein: Während für Frankreich keine Daten zum Verlust der Arbeitsstunden vorliegen, berechneten die Forschenden für Italien einen Verlust von 0,25 Tagen. In beiden Ländern ist der Anteil an informell Arbeitenden zudem kleiner, sodass die Gefahr eines direkten Einkommensverlusts geringer ist.

Allerdings betont das Forschungsteam, dass auch in Ländern mit einem geringeren Verlust der Arbeitskraft mit Einbußen des Bruttoinlandsprodukts aufgrund der Hitze zu rechnen sei. Diese könnte bis zu 25 Milliarden US-Dollar betragen.

Das Forschungsteam stellte seine Berechnungen für acht Länder an – darunter Bangladesch, Brasilien, Frankreich, Indien, Indonesien, Italien, Nigeria und Südafrika. Sie verglichen die Arbeitsstunden pro Land und Sektor für das Jahr 1995 mit einer Prognose für das Jahr 2030 unter einem Klimaszenario, das einen globalen Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius bis 2100 vorsieht. Für Deutschland liefert die Erhebung keine Prognosen.

mim

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