Hohe Folgekosten durch Tabak und Alkohol

Berlin – Die Bundesregierung will Prävention und Gesundheitsförderung stärken, um der hohen Krankheitslast durch nicht übertragbare Krankheiten zu begegnen. Dies bestätigt sie in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Besonders wichtig ist es der Regierung demnach, Kinder und Jugendliche vor Alltagssüchten zu schützen – dies wurde auch im Koalitionsvertrag festgehalten.
Der hohe Konsum von Tabak und Alkohol sei in Deutschland ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung nicht übertragbarer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs und für eine vorzeitige Sterblichkeit verantwortlich, heißt es in der Antwort. Hinzu käme ein hoher volkswirtschaftlicher Schaden von jährlich mehr als 150 Milliarden Euro, allein durch den Tabak- und Alkoholkonsum.
Eine Anpassung der Tabaksteuer sei vorgesehen, die genaue Ausgestaltung werde derzeit geprüft, heißt es in der Antwort. Auch das „begleitete Trinken“ ab 14 Jahren will der Bund abschaffen: Es schwäche den Schutz junger Menschen vor erheblichen gesundheitlichen und sozialen Folgen des Alkoholkonsums und stehe in Widerspruch zu den Zielen der Bundesregierung für eine bessere Suchtprävention.
Die Streichung eines Absatzes im Jugendschutzgesetz, das das Trinken in Anwesenheit einer sorgeberechtigten Person derzeit noch erlaubt, ist vorgesehen. Zudem werde eine Anpassung der Alkoholsteuer geprüft.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) kümmere sich im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) bereits jetzt umfangreich um Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen, betont die Regierung in ihrer Antwort. Zur Suchtprävention in den Lebenswelten verweist sie auf die jeweiligen Zuständigkeiten der Länder.
Ernährungsbedingten Erkrankungen vorbeugen
Um zu einer gesünderen Ernährungsweise beitragen zu können und ernährungsmitbedingten Erkrankungen vorzubeugen, erhebe das Max-Rubner-Institut (MRI) derzeit die Ernährungssituation in Deutschland, heißt es in der Antwort. Verbessert werden soll auch die Gemeinschaftsverpflegung, insbesondere in den Schulen.
Zur Vorbeugung von Mangelernährung und zur Verbesserung der Ernährungssituation in stationären Pflegeeinrichtungen und Kliniken verweist die Regierung auf Abstimmungen zwischen Bund und Ländern sowie eigene Leitlinien und Zielsetzungen der Verbände und Einrichtungen.
Ende 2026 werde zudem ein Abschlussbericht zur Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten erwartet. Die im Public Health Index empfohlene Abgabe auf zuckergesüßte Getränke will der Bund 2028 einführen, höhere Steuern auf verarbeitete Lebensmittel mit einem hohen Zucker-, Fett- und/oder Salzgehalt seien hingegen nicht geplant.
Der Bundesregierung zufolge hat das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention von 2015 bereits „viele positive Entwicklungen bewirkt“. Die auf Grundlage des Gesetzes geschaffene Nationale Präventionskonferenz (NPK) fördere die Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger und der Privaten Krankenversicherung (PKV) unter Beteiligung des Bundes, der Länder, der Bundesagentur für Arbeit, der Sozialpartner, der Patientenvertretungen sowie der für die Gesundheitsförderung und Prävention maßgeblichen Organisationen und Verbände, heißt es.
Die gesetzliche Krankenversicherung unterstütze Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention ebenfalls – die Aufwendungen für die Projekte hätten sich seit Einführung des Präventionsgesetzes verfünffacht.
Aufgrund der Vielzahl der Akteure, der unterschiedlichen Zuständigkeiten auf Bund- und Länderebene sowie individuellen Einflussfaktoren auf die Gesundheit kann eine Stärkung der Prävention der Bundesregierung zufolge nur gemeinsam gelingen. Die Akteure müssten vereint und klare Ziele und Prioritäten gesetzt werden. Eine Präventionsoffensive werde derzeit vorbereitet.
Die Bundesregierung fördere die Bereiche kontinuierlich und bringe sich mit vielen Initiativen, wie beispielsweise im Nationalen Krebsplan und im Dialogprozess Wechseljahre, ein. Weitere Maßnahmen würden derzeit geprüft.
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