Honorarverhandlungen laufen, bisher keine Einigung

Berlin – Ärzte und Krankenkassen verhandeln wieder über die Honorare. Die gestrigen Gespräche über die Mittel für das Jahr 2022 seien „sachlich und konstruktiv“ gewesen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Eine Einigung gab es aber noch nicht.
Der KBV zufolge haben sich beide Seiten darauf verständigt, die Verhandlungen erst einmal selbstständig fortzusetzen und nicht sofort den Erweiterten Bewertungsausschuss (EBA) mit seinem unabhängigen Schlichter einzuschalten.
„Ich hoffe, dass wir mit dem GKV-Spitzenverband eine Lösung am Verhandlungstisch finden werden“, sagte Gassen. Wie wichtig eine funktionierende ambulante Versorgung für die Bevölkerung sei, habe die Pandemie mehr als deutlich gezeigt.
Nach Angaben der KBV wollen Ärzte und GKV-Spitzenverband sich am 15. September erneut treffen, um dann abschließend über die Finanzierung der ambulanten Versorgung im kommenden Jahr zu beraten. „Dann soll die Entscheidung erfolgen“, sagte KBV-Vizechef Stephan Hofmeister.
Bei den Verhandlungen, die seit Anfang August laufen, geht es im Kern um die Anpassung des Orientierungswertes, der maßgeblich die Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen bestimmt. Dabei werden die Preisentwicklungen für Posten wie Mieten, Personal, Geräte oder Versicherungen berücksichtigt.
Beschlossen wurden gestern die regionalen Veränderungsraten der Morbidität und Demografie. Sie bilden neben dem Orientierungswert die Grundlage für die regionalen Vergütungsverhandlungen, die im Herbst beginnen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen verhandeln dann mit den Krankenkassen vor Ort, wie viel Geld diese im neuen Jahr für die ambulante Versorgung ihrer Versicherten bereitstellen.
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