Politik

Hunderte Anträge von Kliniken auf Leistungszuweisung in Thüringen

  • Montag, 2. März 2026
Operation künstliche Hüfte
/ATRPhoto, stock.adobe.com

Erfurt – Bei der Gestaltung der künftigen Klinikstrukturen in Thüringen muss das Land über Hunderte Leistungsangebote von Krankenhäusern entscheiden. Insgesamt lägen 887 Anträge zu Leistungsgruppen vor, teilte das Gesundheitsministerium in Erfurt mit.

Besonders oft sei die Erlaubnis zum Erbringen von für die Basis- und Notfallversorgung wichtigen Leistungen in innerer Medizin, allgemeiner Chirurgie und Intensivmedizin beantragt worden.

Die Einführung von Leistungsgruppen mit jeweils einheitlichen Qualitätsvorgaben zu Fachpersonal und Ausstattung ist ein wesentlicher Bestandteil der bundesweiten Klinikreform, die die Ampelregierung auf den Weg gebracht hatte. Die jetzige Bundesregierung aus Union und SPD hatte sich zuletzt auf Nachbesserungen verständigt, die noch in dieser Woche im Bundestag verabschiedet werden sollen.

Leistungsgruppen bilden medizinische Leistungen ab und sind präziser gefasst als grob benannte Fachabteilungen. Sie werden den Kliniken vom Land zugewiesen, die Behandlungen können damit bei den Krankenkassen abgerechnet werden. In Thüringen möchten nach Ministeriumsangaben zudem viele Kliniken Leistungen der Geriatrie (Altersmedizin) und Endoprothetik (künstlicher Gelenkersatz) erbringen.

Das Land hat den Medizinischen Dienst mit der Prüfung der Leistungsangebote und den damit verbundenen Qualitätskriterien beauftragt. Diese Prüfung solle bis Ende Juli abgeschlossen sein, danach entscheidet das Ministerium darüber, welche Leistungen die Häuser erbringen und abrechnen dürfen.

Dabei gehe es auch um eine ausgewogene regionale Verteilung bestimmter Leistungsangebote, so das Ministerium. Ab Dezember sollen die Kliniken die entsprechenden Bescheide erhalten.

Zunächst müssen Bundestag und Bundesrat die Reformnachbesserungen noch beschließen, dies soll voraussichtlich bis Ende März geschehen. Die Krankenhausreform ist Anfang 2025 in Kraft getreten und soll schrittweise bis 2030 umgesetzt werden.

dpa

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