Ausland

Hungerkrise in Afghanistan spitzt sich zu

  • Mittwoch, 5. August 2026
/picture alliance, Xinhua News Agency, Saifurahman Safi
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Kabul – Die Hungerkrise in Afghanistan nimmt nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) immer verheerendere Ausmaße an.

Die Kürzung der Entwicklungshilfe vieler Geberländer bedeute, dass das WFP nur noch eins von neun unterernährten Kindern in dem Land unterstützen kann, berichtet der WFP-Landesvertreter für Afghanistan, John Aylieff.

Die Unterernährung habe ein bislang nicht dagewesenes Ausmaß erreicht, warnt er. 47 Prozent der Minderjährigen seien im ersten Quartal dieses Jahres unterernährt gewesen. Nach UN-Schätzung leben mehr als 48 Millionen Menschen in Afghanistan.

Die Folgen dürften irgendwann auch über die Landesgrenzen Afghanistans hinaus spürbar werden, warnt Aylieff. „Extremer Hunger treibt Migration und Radikalisierung voran und führt letztendlich zu Instabilität. Wie die Geschichte zeigt, neigt Instabilität nicht dazu, an den Grenzen haltzumachen.“

Das WFP hat nach eigenen Angaben bislang nur gut ein Zehntel der 900 Millionen US-Dollar (rund 780 Millionen Euro) erhalten, die es für Afghanistan für dieses Jahr veranschlagt hatte. Zwar sei in diesem Jahr mit einer guten Ernte zu rechnen, so Aylieff.

Das bringe aber keine Erleichterung, wenn man bedenke, dass viel mehr Leute ernährt werden müssten. In den vergangenen drei Jahren seien rund sechs Millionen Afghanen aus Nachbarländern zur Rückkehr in ihr Heimatland gezwungen worden.

dpa

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