Ärzteschaft

Hybrid-Fallpauschalen: Einbeziehung von Kindern und Menschen mit Behinderungen stößt auf Zustimmung

  • Dienstag, 3. März 2026
/Seventyfour, stock.adobe.com
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Berlin – Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (Spifa) begrüßt gemeinsam mit anderen Verbänden, dass Hybrid-Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups, DRG) künftig auch für Kinder und für Menschen mit Behinderung gelten sollen. Geplant ist das mit dem Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG), das am Freitag im Bundestag verabschiedet werden soll.

„Die vorgesehene Änderung ist richtig und überfällig. Mit ihr wird eine gravierende Fehlentscheidung aus dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz korrigiert“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Spifa, Dirk Heinrich.

Der bisherige pauschale Ausschluss besonders vulnerabler Patientengruppen wie Kindern und Menschen mit Behinderungen aus der sektorengleichen Vergütung habe zur Folge gehabt, dass sie bei medizinisch geeigneten ambulanten Leistungen strukturell benachteiligt und unnötige Krankenhausaufenthalte begünstigt wurden.

„Das war von Anfang an medizinisch nicht haltbar, versorgungspolitisch widersprüchlich und sozialpolitisch nicht vermittelbar“, sagte Heinrich.

Zustimmung zu der geplanten Korrektur kommt auch vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen (BVKJ), dem Berufsverband der niedergelassenen Kinderchirurgen Deutschlands (BNKD) sowie dem Berufsverband niedergelassener Chirurgen (BNC). Damit werde ein schwerer Fehler des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes im Sinne der Patienten korrigiert, so das Votum der Verbände.

Sie fordern, die Weiterentwicklung der sektorengleichen Vergütung konsequent voranzutreiben. Dazu gehörten eine sachgerechte Kalkulation der Fallpauschalen, die realitätsnahe Abbildung von Sachkosten sowie verlässliche und praktikable Abrechnungsregelungen.

„Nur wenn die Rahmenbedingungen medizinisch sinnvoll und ökonomisch tragfähig ausgestaltet sind, kann das erhebliche Ambulantisierungspotenzial im deutschen Gesundheitswesen im Sinne der Patientinnen und Patienten gehoben werden“, heißt es in einem gemeinsamen Statement.

hil

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