Hygieneempfehlungen für stationäre Schmerztherapie

Berlin – In enger Abstimmung mit Hygieneexperten hat der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD) Hygieneempfehlungen für die teil- und vollstationäre Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen im Rahmen der Pandemie vorgestellt.
Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Infektionsprophylaxe für Gruppentherapien. Die BVSD-Hygieneempfehlungen unter Coronabedingungen können per Mail bei der BVSD-Geschäftsstelle angefordert werden.
Die Orientierungshilfe für schmerzmedizinische Einrichtungen und Abteilungen in Kliniken enthält detaillierte Hygieneempfehlungen für verschiedene Settings, Prozeduren und Therapieverfahren der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie (IMST) im Krankenhaus.
„Unter der Beachtung entsprechender Hygienemaßnahmen sehen wir keinen Grund mehr, unsere Patienten, die acht Wochen auf ihre Behandlungen warten mussten, jetzt nicht wieder schmerzmedizinisch versorgen zu können“, sagte BVSD-Vorsitzender Joachim Nadstawek.
Mitte März hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Krankenhäuser aufgefordert, elektive Eingriffe zu verschieben, um mehr Kapazitäten für die Behandlung von COVID-19-Patienten zu haben. In der Folge wurden laut einer BVSD-Umfrage rund 75 Prozent der stationären schmerzmedizinischen Einrichtungen in Krankenhäusern, die Patienten mit schweren chronischen Schmerzen teil- und vollstationär behandeln, wegen der Coronakrise geschlossen.
Angesichts der Tatsache, dass sich der Gesundheitszustand vieler Patienten in den vergangenen Wochen verschlechtert habe, drängte Nadstawek deshalb auf eine zügige Wiedereröffnung der schmerzmedizinischen Einrichtungen in den Krankenhäusern. Laut BVSD leben bundesweit rund 3,9 Millionen Patienten mit schweren und hochproblematischen chronischen Schmerzen mit psychischen Beeinträchtigungen.
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