Drei Viertel der schmerzmedizinischen Einrichtungen geschlossen
Berlin – Wegen der Corona-Pandemie sind rund drei Viertel der stationären schmerzmedizinischen Einrichtungen geschlossen, die Patienten mit schweren chronischen Schmerzen teil- und vollstationär behandeln.
Auch im verbleibenden Viertel der Einrichtungen sind die Kapazitäten massiv reduziert. Das zeigt eine Umfrage des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD).
„Wir gehen von monatlich 4.000 bis 7.000 Patienten mit schweren chronischen Schmerzen aus, die aufgrund der Einschränkungen durch die COVID-19-Krise nicht mehr in Krankenhäusern versorgt werden können“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Joachim Nadstawek heute ein Berlin.
Er betonte, die Entscheidung von Mitte März, elektive Eingriffe zu verschieben, um mehr Kapazitäten für die Behandlung von COVID-19-Patienten zu haben, sei richtig. „Wenn aber drei Viertel aller stationären schmerzmedizinischen Einrichtungen in Deutschland geschlossen sind, brauchen wir konkrete Maßnahmen, wie wir mit den unbehandelten Schmerzpatienten während und vor allem nach der Krisensituation umgehen“, hieß es aus dem Verband.
Der BVSD regt an, die Versorgung langsam wieder hochzufahren, um den betroffenen Patienten ihre medizinisch notwendige Therapie zukommen zu lassen. Wichtig sei dafür, die Klinikressourcen genau zu koordinieren und das regionale Infektionsrisiko dabei zu erfassen und einzubeziehen.
In Deutschland leben laut BVSD rund 3,9 Millionen Patienten mit schweren chronischen Schmerzen und psychischen Beeinträchtigungen. Knapp 500 Kliniken und 1.269 ambulant tätige Schmerzmediziner versorgten die Patienten.
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