Immer mehr Menschen in Deutschland ohne Krankenversicherung

Berlin/Saarbrücken – Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherungsschutz in Deutschland hat sich laut einem Bericht in den letzten fünf Jahren stark erhöht.
Gab es 2015 noch rund 80.000 Betroffene, so waren es im vergangenen Jahr bereits 143.000, wie die Saarbrücker Zeitung unter Berufung auf aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) schreibt. Dies entspricht einem Anstieg um fast 79 Prozent.
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erklärte, dass es diese Entwicklung aufmerksam verfolge, aber keine Hinweise auf Ursachen habe. Es könnte aber sein, so ein Sprecher des Ministeriums, dass auch die Fragestellung die Zahlen beeinflusse.
So habe bei der vorherigen Befragung 2015 noch die Option bestanden, keine Angaben zum Versicherungsschutz zu machen. Damals hätten hochgerechnet 450.000 Menschen keine Angaben zum eigenen Versicherungsstatus gemacht.
„Die Bundesregierung muss dringend dafür sorgen, dass für jeden Menschen das Recht auf medizinische Versorgung gewährleistet wird“, erklärte die Linken-Sozialpolitikerin Sabine Zimmermann. Wie wichtig ein intaktes Gesundheitssystem sei, zeige sich gerade in der Coronapandemie.
Zimmermann schlug die sofortige Einrichtung eines Fonds vor, um die Behandlung von Menschen ohne Krankenversicherung zu finanzieren. Außerdem müssten freiwillig Versicherte wie etwa Selbstständige mit geringen Einkünften bei den Beitragszahlungen noch deutlich stärker entlastet werden.
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