Immer mehr Todesfälle durch Masern bei Kindern in Bangladesch

Dhaka – In Bangladesch steigt die Zahl der an Masern gestorbenen Kinder drastisch an. Seit Mitte März sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden bereits 336 Kinder an Masern gestorben, berichtet das Nachrichtenportal Dhaka Tribune heute.
Die Hälfte der Todesfälle hätten sich in der Hauptstadt Dhaka ereignet. Die Krankenhäuser der Hauptstadt und anderer Städte des Landes seien mit der Behandlung von mehr als 50.000 Erkrankungs- und Verdachtsfällen immer mehr überfordert.
Mit Unterstützung des UN-Kinderhilfswerks, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den Sicherheitskräften wurde Anfang April eine Notimpfkampagne gegen Masern und Röteln gestartet.
Seither wurden nach Behördenangaben fast 17 Millionen Kinder geimpft. 2025 lag die Impfabdeckung laut Experten lediglich bei 59 Prozent der Kinder. Für eine Herdenimmunität seien aber 95 Prozent Abdeckung erforderlich.
Bangladesch hatte zuletzt große Fortschritte beim Impfen erzielt. Bedingt durch das politische Chaos nach dem Aufstand 2024 gegen die korrupte Regierung von Premierministerin Sheikh Hasina waren die Impfkampagnen ins Stocken geraten; das führte bei Kindern zu einer Immunisierungslücke.
Die politische Instabilität und Dysfunktionalität der Verwaltung hielten auch unter der Übergangsregierung von Friedensnobelpreisträger Mohammed Yunus an. Seit der Parlamentswahl im Februar ist Tarik Rahman von der „Nationalistischen Partei von Bangladesch“ als neuer Premierminister im Amt.
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