Ärzteschaft

Infektionsforscher drängen auf mehr Initiative gegen antimikrobielle Resistenzen

  • Mittwoch, 22. Mai 2024
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Braunschweig – Antimikrobielle Resistenzen (AMR) gehören zu den größten globalen Gesundheitsbedrohun­gen. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) hat daher im Rahmen der globalen „AMR Multi-Stakeholder Partnership Platform“ Handlungsempfehlungen erarbeitet, um die Resistenzen einzudämmen.

Die Mitglieder der Plattform wollen diese Empfehlungen auf der Tagung der UN-Generalversammlung zu AMR am 26. September dieses Jahres erörtern und die Mitgliedstaaten dazu aufrufen, sich auf umsetzbare und mess­bare Schritte zu einigen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden im Jahr 2019 schätzungsweise 4,95 Millionen Todesfälle mit AMR in Verbindung gebracht, darunter 1,27 Millionen Todesfälle, die auf bakterielle AMR zu­rückzuführen sind.

„Die Begrenzung des Auftretens und der Verbreitung resistenter Erreger ist von entscheidender Bedeutung, um weltweit Krankheiten bei Menschen, Tieren und Pflanzen zu behandeln, die Risiken für die Lebensmittel­sicher­heit zu verringern und Fortschritte bei den nachhaltigen Entwicklungszielen der WHO zu erreichen“, betonte das DZIF.

Eine Schlüsselkomponente bei der Bekämpfung von AMR ist laut Plattform die Verbesserung der Zusammen­arbeit im Bereich One Health – also zum Beispiel bei der Tierhaltung. Darüber hinaus sei die schnellere Um­setzung von nationalen Aktionsplänen zur Bekämpfung AMR unabdingbar. Außerdem sei mehr Geld für die Forschung, Infrastruktur und Umsetzung von Maßnahmen gegen AMR nötig.

Eine weitere wichtige Maßnahme sei die Stärkung der Gesundheitssysteme durch umfassende Präventions­strategien wie Infektionsprävention und -kontrolle, sogenannte Stewardship-Programme, Wasser- und Sanitär­versorgung, Hygiene, Impfungen, Frühdiagnose und Behandlung.

Es ist laut der Plattform entscheidend, dass Länder mit hohem Einkommen und andere Interessengruppen sich zu einer nachhaltigen antimikrobiellen Forschung und Entwicklung verpflichten, um neue Behandlungen und Instrumente zur Bekämpfung von AMR zu entwickeln.

Die AMR Multi-Stakeholder Partnership Platform wurde im November 2022 eingerichtet. Ihr gehören mehr als 200 Mitglieder an – unter anderem das DZIF.

hil

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