Internetportal soll Opfer von Genitalverstümmelung unterstützen
Düsseldorf – Mit dem neuen Bildungsportal „Kutairi“ soll der Schutz und die Hilfe für von Genitalverstümmelung bedrohten oder betroffenen Mädchen und Frauen verbessert werden. Hier finden beruflich und ehrenamtlich Tätige unter anderem schnell zugängliche Informationen zur weiblichen Beschneidung, teilte das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium zur Freischaltung des Portals in Düsseldorf mit. Für vertiefendes Hintergrundwissen gebe es Online-Seminare und Gespräche mit Experten.
„Genitalverstümmelung ist eine schwere Körperverletzung und muss gestoppt werden“, sagte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne). Laut einer aktuellen Studie ist die Zahl der Betroffenen in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren um 28,5 Prozent gestiegen. Ende 2016 lebten knapp 48.000 betroffene Frauen in der Bundesrepublik. Die Untersuchung wurde von der Dachorganisation von Nichtregierungsorganisationen gegen weibliche Genitalverstümmelung „Integra“ herausgegeben.
„Mädchen und Frauen leiden ihr Leben lang unter den Folgen“, so Steffens. Betroffene schwiegen oft aus Scham. Ihre Bedrohung und ihr Leiden sollten mit Hilfe des Portals besser erkannt werden. Mitarbeitende in Flüchtlingsunterkünften oder Beratungsstellen hätten oft kein Vorwissen über die Praxis der weiblichen Beschneidung.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: