Kein rechtzeitiger Facharzttermin vermittelt: Vorschlag für Budgetkürzung bei Niedergelassenen

Berlin – In der Debatte um lange Wartezeiten für Facharzttermine hat der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine Termingarantie bei Fachärzten für gesetzlich Versicherte gefordert – mit möglichen Konsequenzen für die Vertragsärzte bei Nichteinhaltung.
„Wir brauchen endlich eine Termingarantie bei Fachärzten. Wenn innerhalb von drei Wochen kein Termin geht, darf der Patient wie ein Privatversicherter ambulant im Krankenhaus behandelt werden“, sagte Lauterbach der Rheinischen Post. Bezahlt werden solle das aus dem Honorartopf der niedergelassenen Fachärzte.
Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen schloss sich dem Vorschlag an und sagte, es sei sinnvoll, dort, „wo wir offensichtlich Unterversorgung haben, wo Menschen sehr lange warten“, auch den Krankenhäusern zu erlauben, fachärztliche Versorgungen ambulant anbieten zu dürfen. Eine starre Trennung zwischen Ärzten, die in Arztpraxen arbeiten und Ärzten, die im Krankenhaus arbeiten, sei nicht mehr zeitgemäß, sagte Dahmen.
Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Facharzttermin in Deutschland lag im Jahr 2024 bei 36 Tagen. Das geht aus Antworten der Bundesregierung, die dem Deutschen Ärzteblatt vorliegen, auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor. Die Bundesregierung nimmt darin Bezug auf eine dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) vom Bewertungsausschuss vorgelegte Versichertenbefragung.
Demnach betrug bei Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die mindestens einen Tag auf einen Facharzttermin gewartet haben, die Wartezeit auf einen Facharzttermin im Jahr 2024 durchschnittlich 42 Tage (2019: 33 Tage). Zählt man allerdings diejenigen Patientinnen und Patienten hinzu, die eine Facharztpraxis noch am gleichen Tag aufsuchen konnten, betrug die durchschnittliche Wartezeit 36 Tage.
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