Ärzteschaft

Kinderärzte fordern mehr Rehamaßnahmen für Kinder

  • Dienstag, 4. April 2017

Berlin – Fachärzte fordern angesichts des wachsenden Anteils chronisch kranker Kinder und Jugendlicher mehr Rehamaßnahmen speziell für diese Altersgruppe. „Deutlich ge­stärkt werden muss die Rehabilitation“, heißt es in einem Brief des Bundes­verbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) an die Kinderkommission des Bundestags. Demnach ging die Zahl der Anträge für Kinder- und Jugendreha in den letzten Jahren aber deutlich zurück.

Linken-Gesundheitsexpertin Birgit Wöllert forderte in der Passauer Neuen Presse, die Gründe für diesen Rückgang zu klären. Die Zeitung hatte zuerst über das Schreiben des Ärzteverbands BVKJ berichtet. Die Bundesregierung räumte ein, dass bisher nur ein klei­ner Teil der zunehmend mehr chronisch und psychosomatisch kranken Kinder und Ju­gend­lichen eine Reha in Anspruch nimmt. Dies solle aber „durch die umfassende gesetz­liche Ausgestaltung des Anspruchs“ geändert werden, heißt es in der Antwort des Bundesge­sundheitsministeriums (BMG) an Wöllert.

Die Kinder- und Jugendärzte vermuten als eine Ursache für den Rückgang der Anträge die Bürokratie des Verfahrens. Zudem würden wohl viele Schüler fürchten, bei langer Ab­wesenheit den Anschluss zu verpassen. Und schließlich finanzierten einige Kostenträger die Begleitung des Kindes durch einen Erwachsenen nur bis zum 10. Geburtstag.

Abschreckend wirkt nach Angaben des Verbands auch die hohe Ablehnungsquote.
„Über ein Drittel der durch Ärzte gestellten Anträge werden von den Kostenträgern ab­gelehnt“, schrieb der BVKJ. Diese Ablehnungsquote müsse gesenkt werden. Zu den Gründen für diese Entwicklung konnte das BMG mit Verweis auf fehlende Daten keine Angaben machen.

Die Kinder- und Jugendärzte betonten, dass der Anteil chronisch kranker Kinder und Jugendlicher zunehme. Genannt wurden Allergien, Asthma, krankhafte Fettleibigkeit sowie Verhaltensstörungen wie ADHS. Der BVKJ wies darauf hin, dass die häufig ver­ordneten Mutter-Kind-Kuren kein angemessener Ersatz für Kinder-Rehas seien. Auch dieses Ausweichen soll nach Angaben des BMG durch neue Be­stimmungen künftig vermieden werden können.

afp

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