Politik

Kommunen kämpfen mit Stipendien gegen Ärztemangel an

  • Montag, 23. März 2026
/Monster Ztudio, stock.adobe.com
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Weimar – Ärztemangel macht Kommunen erfinderisch. Mit Förderstipendien während des Studiums werben inzwischen sieben Thüringer Kommunen um Arztnachwuchs für ihre Region.

Solche Stipendienprogramme wurden in den Landkreisen Sonneberg, Schmalkalden-Meiningen, Gotha, Altenburger Land, Greiz und Kyffhäuser sowie in der kreisfreien Stadt Gera aufgelegt, wie aus einer Übersicht der Kassenärztlichen Vereinigung (KVT) hervorgeht. Es geht vor allem um angehende Haus- und Fachärzte, in manchen Regionen auch um Zahnärzte.

Bedacht werden können Studienanfänger und teils auch bereits Studierende, die sich nach dem Facharztabschluss für eine mehrjährige ärztliche Tätigkeit in der jeweiligen Region verpflichten, zum Beispiel als Betreiber einer Arztpraxis oder als Angestellte im Gesundheitsamt. Die Förderkriterien unterscheiden sich hier in Details.

Die Angebote der Kommunen ergänzen das seit mehr als 15 Jahren bestehende „Thüringen-Stipendium“ der Stiftung ambulante ärztliche Versorgung Thüringen, mit dem Medizinabsolventen bei der Weiterbildung zum Facharzt unterstützt werden können – wenn sie sich im Gegenzug verpflichten, danach mindestens vier Jahre in Thüringen zu arbeiten.

Mehr als vier Millionen Euro hat die von KV und Land getragene Stiftung dafür schon aufgebracht, wie aus deren Webseite hervorgeht. Allein 2025 wurden 42 Stipendiaten gefördert.

Während beim „Thüringen-Stipendium“ monatlich 250 Euro pro Empfänger ausgereicht werden, locken die Kommunen mit teils erheblich höheren Summen. Die Spanne reicht von 500 bis 1.000 Euro im Monat, dieser Höchstbetrag wird im Landkreis Greiz ausgereicht.

Gerade für an einer privaten Hochschule studierende junge Leute sei dies eine wichtige Entlastung, sagte Renate Matthes vom Verein für Gesundheit und Soziales, der für die Finanzierung des Stipendiums Gelder von Sponsoren akquiriert. Private Hochschulen erheben Studiengebühren.

Die Stadt Gera bietet bis zu drei Studierenden pro Kalenderjahr maximal fünf Jahre lang monatlich 750 Euro, im Altenburger Land können seit dem Wintersemester 2024/25 bis zu zwei Studierende monatlich 600 Euro erhalten. Der Landkreis Sonneberg an der thüringisch-bayerischen Landesgrenze hat jetzt von 300 auf 500 Euro im Monat aufgestockt. Dort wird derzeit eine Stipendiatin unterstützt.

Die längsten Erfahrungen mit einem kommunalen Medizinstipendium hat Schmalkalden-Meiningen. Dort gibt es das Programm seit 2022, inzwischen werden acht Studierende aus der Region gefördert. Alle Kommunen mit eigenen Stipendienprogrammen gehören schon jetzt zu den Engpassregionen bei Hausärzten in Thüringen.

So sind allein im Altenburger Land derzeit acht Hausarztsitze unbesetzt, in Gera sieben und im angrenzenden Landkreis Greiz acht. Im Kreis Gotha und im Kyffhäuserkreis könnten jeweils sechs Hausarztsitze vergeben werden. Thüringenweit werden 100 Hausärzte gesucht.

dpa

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