Krankenhaus mit „bundesweit wegweisendem“ Solarstromprojekt

Ludwigshafen – Ein Krankenhaus in Ludwigshafen hat zusammen mit dem lokalen Energieversorger ein nach eigenen Angaben „bundesweit wegweisendes Grünstromprojekt“ beschlossen.
„Damit wird erstmals ein Krankenhaus in Deutschland mindestens 45 Prozent seines Strombedarfs mit vor Ort erzeugtem grünem Strom decken“, teilten die Projektpartner in Ludwigshafen mit. Das Sankt Marien- und Sankt Annastiftskrankenhaus arbeitet dabei mit den Technischen Werken Ludwigshafen zusammen.
Auf dem ehemaligen Metrogelände in Ludwigshafen seien eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 4.320 PV-Modulen und rund zwei Megawatt Leistung, ein Batteriespeicher mit rund 2,5 Megawattstunden sowie eine Direktleitung zum Sankt Marienkrankenhaus geplant.
„Der dort erzeugte Solarstrom soll ab 2027 direkt das Sankt Marienkrankenhaus und die Einrichtungen am Sankt Annastiftskrankenhaus versorgen“, hieß es. Der Bau von Solarpark, Batteriespeicher und Direktleitung solle noch 2026 starten. Die Inbetriebnahme sei für Ende 2027 geplant. Am Mittwoch wurde der Vertrag offiziell unterzeichnet.
Projektpartner des Energieversorgers ist die Sankt Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH als Träger des Krankenhauses. Die Trägergesellschaft wurde einst durch Ordensschwestern des Instituts Sankt Dominikus Speyer eingerichtet, um ihre Einrichtungen für die Zukunft zu sichern, „da sich immer mehr Schwestern aus Altersgründen aus dem aktiven Dienst zurückziehen“. Ursprünglich gab es 29 Ordensschwestern im Krankenhaus. Heute seien es rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Das Projekt verbinde Klimaschutz mit planbarer Energieversorgung. „Durch die direkte Nutzung des regional erzeugten Solarstroms kann das Krankenhaus seine CO2-Emissionen deutlich reduzieren“, sagte Marcus Wiechmann, Geschäftsführer der kirchlichen Trägergesellschaft. Zugleich werde die Abhängigkeit von Entwicklungen auf dem Strommarkt verringert.
Der hohe Bedarf an Wärme, Licht und Energie für die zahlreichen Geräte der hochmodernen Medizin mache Krankenhäuser zu Großverbrauchern, so Jürgen Will, Prokurist der Trägergesellschaft. „Ein einziges Krankenhausbett verbraucht im Durchschnitt so viel Energie wie vier Einfamilienhäuser“, erläuterte Will. In dem Allgemeinkrankenhaus gibt es 494 Betten.
Laut dem Energieversorger kann das „kommunale Leuchtturmprojekt“ ein Vorbild für andere Städte sein. Das frühere Metrogelände sei ein brachliegendes ehemaliges Deponiegelände mit gesicherten Altlasten. Geplant sei, die Grünflächen durch Schafe beweiden zu lassen. So werde auch die Biodiversität erhöht.
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