Krankenhausgesellschaft beklagt Millionenkosten durch Bürokratie

Berlin – Bürokratiekosten in Höhe von 245 Millionen Euro jährlich verursachen die Prüfungen des Medizinischen Dienstes (MD) in den deutschen Krankenhäuser. Dies beklagt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit Blick auf entsprechende Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI).
Laut der Befragung erwarten 98 Prozent der Kliniken, dass sich die Zahl der Prüfungen und damit die finanzielle Belastung im kommenden Jahr in ihren Häusern weiter erhöht. Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser hat demnach bereits im laufenden Jahr zusätzliche Kräfte eingestellt, um die kommenden Belastungen bewältigen zu können – Hintergrund sind gesetzliche Neuregelungen bei den Prüfquoten.
„Die alarmierenden Zahlen zeigen, in welchem Ausmaß die Misstrauenskultur der Krankenkassen das Gesundheitswesen dominiert. Es stellt sich die Frage, ob der Medizinische Dienst in seiner jetzigen Form noch tragbar ist oder besser in eine staatliche Behörde umgewandelt werden sollte. Im Augenblick dient er lediglich der Kostenoptimierung der Kassen und legt seine Prüfregeln auch noch selbst fest“, kritisierte der Vorstandsvorsitzende der DKG, Gerald Gaß.
Unter dem Druck des GKV-Spargesetzes benötigten die Krankenhäuser aber weniger statt mehr Bürokratie, so Gaß. Nur so könnten sie Mittel einsparen, ohne die Versorgung zu stark einschränken zu müssen. „Statt den Krankenhäusern Misstrauen entgegenzubringen, müssen wir deregulieren, wenn wir Bürokratie und Prüfungsaufwand wirksam abbauen wollen.“
An der DKI-Repräsentativbefragung beteiligten sich Mitte September 2026 bundesweit 306 Krankenhäuser. Laut der Umfrage binden die MD-Prüfungen viel Personal im Krankenhaus. Pro Haus sind demnach im Durchschnitt rund vier Vollkräfte überwiegend mit der Bearbeitung von MD-Prüfungen beschäftigt.
Die hierdurch entstehenden jährlichen Personalkosten taxieren die Umfrageteilnehmer auf durchschnittlich gut 236.000 Euro pro Haus.
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