Vermischtes

Pflegeverbände begrüßen geplante Entlastung durch digitale Lösungen

  • Dienstag, 25. August 2026
Eine Pflegekraft dokumentiert ihre Arbeit auf einem Tablet. /picture alliance, Bernd Thissen
Eine Pflegekraft dokumentiert ihre Arbeit auf einem Tablet. /picture alliance, Bernd Thissen
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Berlin – Zukünftig soll die vorgesehene Vergütung unbesetzter Pflegestellen für digitale Hilfen genutzt werden können. Das sieht ein aktueller Referentenentwurf für ein Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) vor. Das Verbändebündnis „Digitalisierung in der Pflege“ stellt sich hinter die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), warnt jedoch vor einer wirkungslosen Umsetzung in der Praxis.

Durch die im Gesetz vorgesehenen Transformationsstellenanteile eröffne sich erstmals ein Weg um „vereinbarte Personalstellenanteile in entlastende Technik zu überführen“, betonte das Bündnis gestern in einer Mitteilung.

Die Verbände verwiesen darauf, dass es dabei nicht um den Ersatz von Pflegepersonal gehe. Vielmehr könnten die digitalen Hilfen dazu beitragen, den bereits vorherrschenden personellen Ausfall „so weit wie möglich zu kompensieren“.

Pläne gehen Bündnis nicht weit genug

Für das Bündnis ist der Referentenentwurf nicht ausreichend. Die Umwidmungsquote müsse beispielsweise von den vorgesehenen zehn Prozent auf mindestens 50 Prozent angehoben werden, um die notwendigen Investitionen zu gewährleisten, deklarierten die Verbände. Weiteren Bedarf sehen sie bei der Refinanzierung, dem Umfang der Anwendungsfelder und bei der Evaluation der Transformationen.

Digitale und technische Lösungen könnten bei der sprachbasierten Dokumentation, der Sensorik, der digitalen Tourenplanung oder bei automatisierten Dienstplänen sinnvoll eingesetzt werden. Das wäre prozessorientiert und könne so den Verwaltungs- und Wegeaufwand spürbar reduzieren.

Eine sinnvolle Umsetzung erfordere zudem eine „einheitliche und über alle Bereiche übergeordnete verbindliche Strategie für die Digitalisierung in der Pflege“, betonte das Bündnis. Um eine wirkliche Entlastung zu gewährleisten, dürfe zudem keine zusätzliche Bürokratie in Form von Nachweis-, Erfassungs- und Antragspflichten entstehen. Der Entwurf sei dabei ein richtiger Anfang, der nun „praxistauglich und finanzierbar“ gemacht werden müsse.

Pflegepläne im Zeichen demografischer und digitaler Entwicklungen

Gründe für den Fachkräftemangel sieht das Bündnis im Zuge des demografischen Wandels und den damit verbundenen Belastungen für die Pflege. Ein Problem, das nach Angaben der Verbände in Zukunft weiterwachsen wird. In der Mitteilung wird auf Hochrechnungen verwiesen, wonach bis 2070 fast sieben Millionen pflegebedürftige Menschen versorgt werden müssen.

Das Bündnis setzt sich aus Vertretern aus der Pflege, von Einrichtungen und Diensten, IT-Herstellern und -Dienstleistern sowie aus der Forschung und Beratung zusammen.

nis

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