Politik

Krankenkassen wollen begrenzten Eigenanteil für Heimbewohner

  • Montag, 11. November 2019
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Berlin – Der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) hat sich für eine Begrenzung der Eigenanteile ausgesprochen, die Bewohner von Pflegeheimen monatlich bezahlen müssen. „Im Durch­schnitt sind für einen Heimplatz fast 1.900 Euro im Monat aus eigener Tasche zu bezah­len. So kann es nicht weitergehen“, sagte heute das zuständige GKV-Vorstandsmitglied Gernot Kiefer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Für heute ist ein Gespräch der Gesund­heits­minister von Bund und Ländern zur Zukunft der Pflegeversicherung geplant.

Die Kosten, die Pflegebedürftige für einen Heimplatz aus eigener Tasche finanzieren müssen, steigen seit Jahren stark an. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des Bremer Sozialwissenschaftlers Heinz Rothgang betrug der monatliche Eigenanteil im ersten Quartal 2019 durchschnittlich 1.874 Euro pro Monat.

Davon seien 662 Euro die reinen Pflegekosten, 800 Euro entfielen auf Unterkunft und Verpflegung und 412 Euro auf Investitionskosten. „Heute sind die Eigenanteile der Pfle­gebedürftigen im Heimsektor höher als jemals zuvor und übersteigen das Einkommen eines durchschnittlichen Rentners“, schreibt Rothgang in seiner Studie.

Bund und Länder stünden in der Verantwortung, ihren Teil zur Finanzierung der Pflege beizutragen, sagte GKV-Experte Kiefer. Konkret forderte er einen „verlässlichen Bundes­zuschuss für die Pflege“ aus Steuergeld. Auch die Länder sollten sich mit Investitions­kos­ten für Pflegeheime beteiligen. „Dadurch könnte der durchschnittliche Eigenanteil für Pflege­heimbewohner sofort um 450 Euro gesenkt werden“, so Kiefer.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will in den kommenden Monaten einen Vorschlag vorlegen, wie die steigenden Eigenanteile der Heimbewohner begrenzt werden können. Weitere Steigerungen werden erwartet, wenn Altenpfleger flächendeckend nach Tarif bezahlt werden.

kna

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