Vermischtes

Krankheiten Hauptgrund für schwere Behinderung in Deutschland

  • Montag, 25. Juni 2018
/dpa
/dpa

Berlin/Wiesbaden – Krankheiten verursachen die meisten schweren Behinderungen in Deutschland. In rund 88 Prozent aller Fälle sind sie hierzulande ursächlich für Behinderungen, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. In drei Prozent der Fälle war die Behinderung angeboren oder trat im ersten Lebensjahr auf, in einem Prozent der Fälle war sie auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.

Ende 2017 lebten der Statistikbehörde zufolge zwei Prozent mehr schwerbehinderte Menschen in Deutschland als noch Ende 2015. Das waren 7,8 Millionen Menschen – rund 9,4 Prozent der gesamten Bevölkerung. 51 Prozent waren Männer, 49 Prozent Frauen. Rund ein Drittel der schwerbehinderten Menschen waren 75 Jahre oder älter. 44 Prozent gehörten der Altersgruppe von 55 bis 74 Jahren an. Zwei Prozent waren Kinder und Jugendliche.

Fast ein Viertel der Betroffenen hat höchsten Behinderungsgrad

Die Ursachen für schwere Behinderungen sind vielfältig: Laut Statistik hatten 59 Prozent der schwerbehinderten Menschen körperliche Behinderungen. Bei 25 Prozent waren die inneren Organe beziehungsweise Organsysteme betroffen. Bei 12 Prozent waren Arme oder Beine in ihrer Funktion eingeschränkt, bei weiteren 11 Prozent Wirbelsäule und Rumpf. In fünf Prozent der Fälle lag Blindheit beziehungsweise eine Sehbehinderung vor. Vier Prozent litten unter Schwerhörigkeit, Gleichgewichts- oder Sprachstörungen. Der Verlust einer oder beider Brüste war bei zwei Prozent Grund für die Schwerbehinderung.

Geistige oder seelische Behinderungen lagen in 13 Prozent der Fälle vor, Störungen des Zentralnervensystems in neun Prozent der Fälle. Bei den übrigen Personen (19 Prozent) war die Art der schwersten Behinderung nicht ausgewiesen. Bei knapp einem Viertel der schwerbehinderten Menschen (23 Prozent) ist vom Versorgungsamt der höchste Grad der Behinderung von 100 festgestellt worden.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Verena Bentele, forderte die Bundesregierung auf, sich klar für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einzusetzen und die Inklusion in allen Lebensbereichen voranzutreiben. So müssten private Anbieter von Gütern und Dienstleistungen wie etwa Ärzte zur Herstellung von Barrierefreiheit verpflichtet werden, sagte Bentele. Zudem kritisierte sie, dass immer noch zu wenige Arbeitgeber schwerbehinderten Menschen beschäftigten. Hier müsse die Politik weitere Anreize zur Steigerung der Beschäftigungsbereitschaft schaffen.

Als schwerbehindert gilt in Deutschland, wem die Versorgungsämter einen Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent zuerkannt haben und wer einen entsprechenden Ausweis erhalten hat.

kna/afp/may

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung