Ärzteschaft

Kritik an Reformplänen zur Vergütung ambulanter und stationärer Leistungen

  • Mittwoch, 15. Februar 2023
/Tobilander, stock.adobe.com
/Tobilander, stock.adobe.com

Berlin – Die Reformpläne zur sektorengleiche Vergütung von Leistungen greifen aus Sicht des Spitzenver­bands Fachärzte Deutschlands (Spifa) zu kurz. Für den Verband wird damit das vorhandene Ambulantisie­rungspotenzial „verkannt und nicht ausgeschöpft“.

Der SpiFa bezieht sich auf gesetzgeberische Maßnahmen, um dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ Sorge zu tragen. Unter anderem will die Bundesregierung mit einem neu geschaffenen Paragrafen 115f des fünften Sozialgesetzbuches eine spezielle sektorengleiche Vergütung für Leistungen einführen, die bisher noch über­wiegend stationär erbracht und abgerechnet werden, aber ambulant möglich sind.

„Mit der Implementierung einer speziellen sektorengleichen Vergütung hätten nun künftig beide Seiten endlich den gleichen Zugang zu Leistungen und deren Vergütung“, sagte Helmut Weinhart, stellvertretender zweiter Vorsitzender des Spifa-Vorstands.

Problematisch sei aber die Grundlage, auf welcher die Leistungen bestimmt werden sollen, die sich für eine sektorengleiche Vergütung eigneten.

„Es ist unverständlich, weshalb für eine sektorengleiche Vergütung nur Leistungen infrage kommen sollen, die sich im jüngst überarbeiteten Katalog ambulant durchführbarer Operationen und sonstiger stationsersetze­nder Eingriffe gemäß Paragraf 115b des fünften Sozialgesetzbuches finden,“ so Weinhart weiter.

Diese Herangehensweise lasse „ein riesiges Potenzial außer Acht“. Die Fachärzte erwarteten, dass an dieser Stelle „unbedingt noch einmal nachgebessert wird“, hieß es aus dem Spifa.

Der Verband wies darauf hin, dass er bereits im Jahr 2021 einen eigenen Katalog von Leistungen erstellt hat, für welche die neue Vergütungssystematik passen würde.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung