Ärzteschaft

KV Niedersachsen setzt auf Physician Assistants zur Entlastung von Hausärzten

  • Donnerstag, 10. Juli 2025
/lenetsnikolai, stock.adobe.com
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Hannover – Weil Hausärzte fehlen, sollen in ländlichen Regionen Niedersachsens verstärkt Physician Assistants (PA) zum Einsatz kommen. Die medizinischen Assistenzkräfte verfügen über einen Hochschulabschluss und können die Praxisinhaber entlasten, zum Beispiel, indem sie Hausbesuche übernehmen.

Ab Oktober bietet eine private Hochschule in Zeven (Landkreis Rotenburg) einen entsprechenden Studiengang an, wie die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mitteilte. Das Konzept in Kooperation mit der CBS International Business School verbinde digitale Lehrformate mit praxisnahen Präsenzphasen, hieß es.

Der Studiengang in Zeven ist offen für Menschen mit medizinischer Vorbildung, zum Beispiel für Medizinische Fachangestellte, Pflegefachkräfte oder Rettungssanitäter. Mit dem neuen Angebot soll auf die wachsenden Herausforderungen im Gesundheitswesen reagiert werden.

In Niedersachsen sind derzeit 577 Hausarztsitze unbesetzt. Besonders problematische Regionen sind rund um Bremerhaven sowie die Bereiche Celle/Munster und Syke/Sulingen. Arztpraxen können Fördergelder bei der KVN beantragen, um die Hochschulausbildung ihrer Angestellten mitzufinanzieren.

In Papenburg im Emsland gibt es nach KVN-Angaben ebenfalls die Möglichkeit einen Bachelorabschluss als Physician Assistent mit dem Schwerpunkt hausärztliche, ambulante Medizin zu erwerben. Dieses Angebot ist eine Kooperation mit der Hochschule Anhalt.

Der KV zufolge arbeiten bereits ungefähr 500 Physician Assistants in Niedersachsen, die meisten von ihnen allerdings in Kliniken. „Es ist kein Doktor Light. Die PAs werden nicht selbstständig tätig“, stellte KVN-Sprecher Detlef Haffke klar. So nähmen die Assistenten zum Beispiel bei Hausbesuchen einen Telemedizinkoffer mit, um sich per Videocall eng mit dem Arzt in der Praxis abzustimmen. Der Arzt bleib der Verantwortliche.

Das Projekt ist ein Baustein des Zehn-Punkte-Plans, mit dem die rot-grüne Landesregierung den Medizinermangel vor allem in der Provinz bekämpfen will. Rot-Grün plant zudem unter anderem, die Zahl der Medizinstudienplätze aufzustocken.

dpa

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