KV und Pädiater in Niedersachsen gegen befristetes Aussetzen der Bedarfsplanung
Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands – Landesverband Niedersachsen halten nichts davon, dass sich einige ärztliche Berufsgruppen für eine befristete Zeit ohne Regulierung niederlassen können. Hintergrund sind Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendärzte sowie andere befristet auszusetzen.
„Aus unserer Sicht löst der freie Zugang von Kinder- und Jugendärzten in das Gesundheitssystem keine Probleme, sondern er schafft neue“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes, Tilman Kaethner. Kinder- und Jugendärzte, die sich aufgrund der Regelung neu niederließen, würden dies eher nicht in den ländlichen Regionen oder in den sozialen Brennpunkten der Städte tun, so seine Befürchtung. Es sei vielmehr mit räumlichen Verlegungen von Kinderarztpraxen und Sogeffekten in attraktivere städtische Regionen zu rechnen. „Um für mehr Kinder- und Jugendärzte in den ländlichen Regionen und sozialen Brennpunkten zu sorgen, brauchen wir nicht die Aufhebung der Bedarfsplanung, sondern eine Veränderung der Bedarfsplanungskriterien“, forderte Kaethner.
Auch der KV-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch kritisierte die Pläne: In der Zeit, in der die Bedarfsplanung ausgesetzt sei, könne sich jedes Krankenhaus ohne Mittelaufwendung einen Kinderarztsitz leisten. „Dort wird dann aber nicht die dringend notwendige allgemeine ambulante Pädiatrie, sondern hauptsächlich spezialisierte Kinder-und Jugendmedizin vorgehalten werden“, so seine Befürchtung.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat bis zum 30. Juni 2019 Zeit für die neue Bedarfsplanungs-Richtlinie. Nach Spahns Plänen sollen die Zulassungsbeschränkungen bei der Neuzulassung von Rheumatologen, Psychiatern und Kinderärzten bis dahin keine Anwendung finden.
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