Ärzteschaft

Landesärztekammer Thüringen leitet Verfahren gegen Sportarzt ein

  • Donnerstag, 11. April 2019
Praxis des Sportarztes Mark S. in Erfurt /dpa
Praxis des Sportarztes Mark S. in Erfurt /dpa

Erfurt – Die Landesärztekammer Thüringen hat ein Berufsrechtsverfahren gegen den Er­fur­ter Sportarzt Mark S. eingeleitet. Das bestätigte eine Kammersprecherin gestern in Erfurt. Aus den Akten der Staatsanwaltschaft München gehe hervor, dass der mutmaß­liche Draht­zieher eines Dopingnetzwerks vermutlich massiv gegen die Berufsordnung verstoßen habe. Darum habe die Kammer das Verfahren eingeleitet. Zuerst hatte der MDR berichtet.

Mit einem berufsrechtlichen Ermittlungsverfahren solle geklärt werden, inwieweit der 41-Jährige gegen die Berufsordnung verstoßen habe, sagte die Kammersprecherin. Je nach Er­gebnis der Ermittlungen könne dann eventuell ein Berufsgerichtsverfahren beim Verwaltungsgericht Meiningen eingeleitet werden. Dies könne als härteste Strafe den Entzug der ärztlichen Zulassung aussprechen. Ohne Approbation dürfte S. nicht mehr als Arzt arbeiten.

Sportarzt bleibt in Untersuchungshaft

Unterdessen ist geklärt, dass S. weiterhin in Untersuchungshaft bleibt. Das habe die Ermittlungsrich­terin heute nach einem Haftprüfungstermin entschieden, teilte ein Sprecher des Amtsge­richts München mit. Die Richterin begründete ihre Entscheidung demnach unter anderem mit dem Ermittlungsstand, der weiter bestehenden Erwartung einer erheblichen Strafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden könne, sowie Flucht- und Verdunkelungs­ge­fahr.

Mark S. soll angeblich Drahtzieher eines mutmaßlichen Dopingnetzwerkes sein. Nach bisherigen Angaben sollen im Rahmen der „Operation Aderlass“ 21 Sportler aus acht Ländern und fünf Sportarten in Europa, in Südkorea und auf Hawaii verbotenes Eigen­blutdoping betrieben haben. Es geht um Winter- und Sommersportarten.

Inzwischen sitzen fünf Beschuldigte in U-Haft, wie eine Sprecherin der Staatsanwalt­schaft München eins Anfang der Woche gesagt hatte. Eine mutmaßliche Helferin des Sportarztes sei inzwi­schen nach Deutschland ausgeliefert worden.

dpa

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