Langzeitstudie zu Infektiosität und psychischer Gesundheit bei Kindern startet

München - Eine flächendeckende Langzeitstudie in Bayern soll die SARS-CoV-2-Ansteckungsgefahr bei Kindern klären helfen. Außerdem soll die Studie Aufschluss über die Auswirkungen der Pandemie auf die physische und psychische Gesundheit der Kinder geben.
„Kinder und Jugendliche sind bisher am wenigsten ausgeprägt erforscht worden“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) heute bei der Vorstellung des Forschungsprojekts „COVID Kids Bavaria“ in München.
Zwar gebe es Hinweise, dass Kinder weniger häufig und weniger schwer erkrankten als Erwachsene, sagte Johannes Hübner, stellvertretender Direktor der Kinderklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München. Doch die bisherigen Untersuchungen seien zumeist unter Lockdownbedingungen durchgeführt worden – nicht bei normalem Schul- und Kita-Betrieb.
Für den Betrieb von Krippen, Schulen und Kitas sei die Klärung der Frage, ob in diesen Einrichtungen die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus bestehe, von großer Bedeutung, hieß es.
Sechs Universitätskinderkliniken werden bis voraussichtlich Januar 2021 die Öffnung von Schulen und Kitas im Freistaat wissenschaftlich begleiten. In jedem Bundestagswahlkreis Bayerns werden die Wissenschaftler für die Studie eine Grundschule und zwei Kinderbetreuungseinrichtungen auswählen.
Zusätzlich zu vier PCR-Tests werden Antikörpertestungen stattfinden und mittels validierter Fragebögen der Gesundheitszustand der Kinder ermittelt.
Während der Pandemie würden Kinder notwendigerweise ihres natürlichen Umfeldes beraubt und in ihren Rechten eingeschränkt, sagte Christoph Klein, Direktor der Kinderklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München.
Untersucht werden soll deshalb auch, wie sich der Stress und die Bedrohungslage auf das seelische Gleichgewicht der Kinder auswirkt.
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