Politik

Laumann willl Coronabonus nicht für alle Gesundheitsberufe

  • Montag, 11. Mai 2020
/picture alliance, Fotostand
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Düsseldorf – Die nordrhein-westfälische Landesregierung sieht derzeit keine Grundlage, den geplanten Bonus für Altenpflegekräfte auch in allen anderen Gesundheitsberufen zu bezahlen. Die Messlatte sei hoch. Derzeit drängten sich keine vergleichbaren Tätigkeits­bereiche auf, stellte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in einem Bericht an den Düssel­dor­fer Landtag fest. Der Gesundheitsausschuss befasst sich am kommenden Mittwoch mit dem Thema.

Die Bundesregierung plant einen Coronabonus von bis zu 1.500 Euro als Einmalzahlung für Altenpflegekräfte. Unklar ist noch, aus welchen Töpfen das Geld kommen soll. Falls die Arbeitgeber sich vollständig verweigerten, könnte der Landesanteil Nordrhein-West­falens rund 106 Millionen Euro betragen, berichtete Laumann.

Zwar seien „die herausragenden Leistungen und besonderen Belastungen der Pflegekräf­te in der aktuellen Coronapandemie besonders zu würdigen“, bekräftigte der Minister. Über eine Prämie hinaus gebe es aber „grundsätzlichen Bedarf für eine verbesserte, tarif­vertraglich verankerte Vergütung der Pflegekräfte“.

Das Personal in der Altenpflege sei während der Pandemie besonderen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt und trage ein erhöhtes Risiko, bei der täglichen Ar­beit selbst an COVID-19 zu erkranken, betonte der Minister. „Diese besondere Lage wird durch die geltenden Entgeltregelungen nicht angemessen abgebildet.“

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will mit einer landesweiten Unterschriftenaktion der Forderung nach einem „Coronabonus“ für alle Pflegekräfte Nachdruck verleihen. Min­destens für April, Mai und Juni sollten alle Beschäftigten und Auszubildenden im Gesund­heits- und Sozialwesen, die in der Coronakrise besonders belastet seien, pro Monat eine Prämie von 500 Euro bekommen, fordert die Gewerkschaft.

dpa

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