Lauterbach unterstreicht Nutzen und Sicherheit von Coronaimpfungen

Berlin – Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat den Nutzen der während der Coronapandemie verabreichten Impfungen hervorgehoben. Dass Deutschland verhältnismäßig gut durch diese Zeit gekommen sei, verdanke man auch den Impfungen, sagte der SPD-Politiker heute in einer Anhörung der Enquetekommission des Bundestags zur Pandemieaufarbeitung.
Lauterbach, der von Ende 2021 an Gesundheitsminister war, sprach von einem „Segen der Impfungen“. Ohne diese wäre nach seinen Worten die Zahl der Toten hierzulande noch wesentlich höher ausgefallen. Die möglichen Nebenwirkungen der Impfungen wie Myokarditis seien selten.
Die Sicherheit der Impfung sei trotz des beschleunigten Verfahrens sehr gut untersucht worden, unterstrich Lauterbach. Vor dem Aufkommen neuerer Virusvarianten habe es durchaus auch einen Fremdschutz durch die Impfung gegeben.
Der Ex-Minister widersprach Äußerungen des von der AfD-Fraktion zur Anhörung geladenen Toxikologen Helmut Sterz, der ein Moratorium für die mRNA-Technologie gefordert hatte. Sterz wertete deren Sicherheit als unzureichend überprüft und sprach von angeblich dadurch hervorgerufenen Gesundheitsschäden. Lauterbach wies dies als „bestürzend“ zurück. Der SPD-Politiker, der selbst einen medizinischen Hintergrund hat, betonte, dass vielmehr das Säen derartiger Zweifel und Verbreiten von Fehlinformationen tödlich seien.
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Reinhard Berner, betonte die intensive Arbeit des Gremiums an den damaligen 25 Impfempfehlungen. Nach seinen Worten haben Menschen, die sich in der Pandemie impfen ließen, zur Rettung von Leben beigetragen, teils auch des eigenen.
Lauterbach räumte auch ein, dass in der Krise nicht alles perfekt gelaufen sei. Beispielsweise habe man etwa bei ECMO-Behandlungen zu wenig zentralisiert und mit Freihaltepauschalen falsche Anreize gesetzt.
Die Sitzung sollte noch bis zum frühen Abend andauern. Neben der Impfstrategie waren die Themen Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens und Forschung angesetzt. In ihren Eingangsstatements sprachen sowohl der ehemalige Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, als auch der Intensivmediziner Christian Karagiannidis von historischen hohen Belastungen.
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