Politik

Lauterbach und Ex-RKI-Chef Wieler in Corona-Enquetekommission angekündigt

  • Donnerstag, 12. März 2026
/picture alliance, epd-bild, Christian Ditsch
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Berlin – Die Corona-Enquetekommission im Bundestag beschäftigt sich in ihrer nächsten öffentlichen Anhörung mit mehreren gewichtigen Themen und hat dazu zentrale Figuren des damaligen Pandemiemanagements geladen. Zu dem Termin am 19. März werden der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und der damalige Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, als Sachverständige erwartet.

Das geht aus einer Liste auf der Webseite der Enquetekommission hervor. Als Themen sind angesetzt: die Impfstrategie, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens und die Forschung.

Zudem ist der aktuelle Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Reinhard Berner, angekündigt. Der Pädiater vom Universitätsklinikum Dresden ist der Nachfolger von Thomas Mertens, der während der Pandemie den STIKO-Vorsitz innehatte.

Zum Thema Belastung der Krankenhäuser in der Krise dürften in der Sitzung Fragen an den Intensivmediziner Christian Karagiannidis gehen. Er war damals Mitgründer des DIVI-Registers zur Intensivbettenbelegung durch COVID-19-Patienten in Deutschland.

Lauterbachs Zeit als Minister hatte Ende 2021 mit der Ampelregierung begonnen, er war der Nachfolger von Jens Spahn (CDU). Bereits in früheren Phasen der Pandemie hatte er wegen seines medizinischen Hintergrundes immer wieder im Fokus gestanden und einen vorsichtigen Kurs im Umgang mit SARS-CoV-2 gefordert.

Lothar Wieler war über die gesamte Pandemiezeit hinweg Präsident des RKI und hatte als solcher eine Beraterfunktion für die Bundesregierung inne. Er war 2023 ans Hasso-Plattner-Institut nach Potsdam gewechselt, er ist dort nun Professor am Lehrstuhl für Digital Global Public Health.

Unter anderem die im Nachhinein öffentlich gewordenen Protokolle aus dem RKI-Krisenstab hatten eine Diskussion über das Institut im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Politik ausgelöst.

Für die Anhörung, die in der Regel rund drei Stunden dauert, sind noch weitere Sachverständige geladen: der Toxikologe Helmut Sterz, die Infektiologie-Professorin Maria Vehreschild sowie Marcus Wächter-Raquet, Fachreferent der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen.

Die Sachverständigen werden von den verschiedenen Fraktionen berufen, lediglich der STIKO-Vorsitzende Berner wurde fraktionsübergreifend eingeladen. Die Teilnahme an der Enquetekommission ist freiwillig.

Das Gremium, das Mitte vergangenen Jahres die Arbeit aufgenommen hat, will bis zum Sommer 2027 einen Abschlussbericht vorlegen. Im Kern geht es darum, aus der Pandemie Lehren für künftige Krisen zu ziehen.

ggr

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