Marburger Bund wirft Fresenius Gewinnmaximierung um jeden Preis vor

Berlin – Der Marburger Bund (MB) hat den Medizinkonzern Fresenius für seine „Operation Rendite“ scharf kritisiert. Der Konzern mache weiter hohe Gewinne mit seinen Helios-Kliniken, verspreche den Aktionären eine Dividendenerhöhung um fünf Prozent und streiche gleichzeitig an vielen seiner Klinikstandorte Arztstellen, um Personalkosten zu reduzieren, heißt es dazu von der Ärztegewerkschaft.
„Höhere Dividenden durch Stellenabbau und steigende Arbeitsverdichtung – eine solche Geschäftspolitik geht nicht nur auf Kosten der Beschäftigten, sie verschlechtert auch die Patientenversorgung“, sagte MB-Vorsitzende Susanne Johna im Vorfeld der heute stattfindenden Hauptversammlung des Fresenius-Mutterkonzerns.
Der Konzern selbst spricht laut MB von einer „soliden operativen Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr“ und stellt den Aktionären erneut eine Rekorddividende in Aussicht. Der Stellenabbau im Ärztlichen Dienst sei mit sinkenden Patientenzahlen begründet worden.
„Es ist zynisch, einerseits den beispiellosen Einsatz der Beschäftigten hervorzuheben, andererseits aber durch Personalabbau eben diese Beschäftigten massiv zusätzlich zu belasten“, sagte Johna. Offensichtlich sei dem Konzern der Shareholder-Value wichtiger als eine für die Patientenversorgung angemessene Personalausstattung.
„Den Preis für die Operation Rendite zahlen nicht nur die bei Helios beschäftigte Ärzte, sondern auch die Patienten, für deren Bedürfnisse dann noch weniger Zeit zur Verfügung steht“, so die MB-Vorsitzende.
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