Medizinische Fachangestellte unterstützen und mehr ausbilden

Hannover – In der ambulanten Versorgung sind gut qualifizierte medizinische Fachangestellte (MFA) unverzichtbar. Das betonten die Delegierten des 130. Deutschen Ärztetags am vergangenen Freitag. Deswegen dürfte an ihnen angesichts der drohenden Einsparungen im Gesundheitswesen nicht gespart werden, lautete der Appell der Delegierten an den Gesetzgeber.
Hintergrund ist das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), das mithilfe von Milliardeneinsparungen bei den Leistungserbringern das Finanzloch der GKV stopfen soll.
Die Politik sei angehalten, die Personalausstattung der Arztpraxen nicht durch unangemessene Sparmaßnahmen zu unterminieren, heißt es in dem verabschiedeten Beschluss.
Da für MFA die gleichen demografischen Herausforderungen gelten würden wie in vielen anderen Berufszweigen, müsse deutlich mehr für die Ausbildung und Fortbildung von MFA getan werden. „Dazu gehört auch eine attraktive, zeitgemäße Ausbildungsordnung“, betonten die Delegierten.
Darüber hinaus ist aus Sicht des Ärztetags eine Refinanzierung von Personalkosten erforderlich, damit Arztpraxen trotz gestiegener Personal- und Sachkosten attraktive Arbeitgeber bleiben können.
Trotz schwieriger Bedingungen, rief der 130. Deutsche Ärztetag darüber hinaus alle Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber dazu auf, mehr auszubilden und ihre MFA weiter zu qualifizieren. Hierzu seien auch die Fortbildungsangebote der Fortbildungsakademien der Landesärztekammern zu nutzen.
Zudem begrüßte das Ärzteparlament, dass die Landesärztekammern und die Bundesärztekammer (BÄK) die Arztpraxen durch Informations- und Werbemaßnahmen für das Berufsbild MFA bei ihrer Personalgewinnung unterstützen würden. Auch dieses Engagement sei fortzusetzen.
Hintergrund sei, dass die Bundesagentur für Arbeit den Beruf der MFA in ihrer jährlichen Analyse der Fachkräftesituation als Engpassberuf ausweise, heißt es weiter in dem Beschluss.
Es fehle an qualifiziertem Personal und es rückten nicht genügend Auszubildende nach. „Ohne zusätzliche Ausbildungsbereitschaft in den Arztpraxen wird der Personalbedarf im ambulanten Bereich nicht gedeckt werden können“, befürchten die Delegierten.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: