Vermischtes

Mehr als 22.000 Tote durch Explosivwaffen dokumentiert

  • Mittwoch, 10. Juni 2026
/picture alliance, Photoshot
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Berlin – Mehr Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser und ein neuer Höchststand bei Drohneneinsätzen: Weltweit wurden vergangenes Jahr mindestens 22.600 Zivilistinnen und Zivilisten durch Explosivwaffen getötet.

Das zeigt der Explosivwaffen-Monitor 2025, den die Hilfsorganisation Handicap International und ihre Partner im Internationalen Netzwerk für Explosivwaffen (INEW) veröffentlicht haben. Der Bericht dokumentiert die Folgen des Einsatzes von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten und zeigt alarmierende Entwicklungen auf.

Zwar liege die Zahl der durch diese Waffen getöteten Zivilisten unter dem Vorjahreswert von 28.600 Todesopfern, was vor allem auf die Waffenruhen in Gaza und Libanon zurückgeführt wird. Gleichzeitig stiegen die Opferzahlen in anderen Konfliktgebieten aber deutlich an, insbesondere in der Ukraine, im Jemen und in Syrien. In der Ukraine erhöhte sich die Zahl der getöteten Zivilpersonen um 45 Prozent.

Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg von Angriffen auf zivile Infrastruktur. Die Zahl der Angriffe auf Schulen und Universitäten hat sich nahezu verdreifacht – von 865 Vorfällen im Jahr 2024 auf 1.416 im Jahr 2025.

Auch das Gesundheitswesen wurde massiv getroffen: 1.272 Angriffe richteten sich gegen Krankenhäuser, Kliniken und Krankenwagen. Dabei wurden 267 Beschäftigte im Gesundheitswesen getötet, 806 Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder zerstört.

Zudem verzeichnet der Bericht 2.541 Angriffe auf humanitäre Hilfsmaßnahmen – ein Anstieg um 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 90 Prozent dieser Vorfälle ereigneten sich in den palästinensischen Gebieten. Mindestens 108 Helferinnen und Helfer kamen dabei ums Leben.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist laut Bericht eine zunehmende Nutzung von Drohnen. Luftgestützte Waffen waren für 67 Prozent aller Vorfälle mit zivilen Opfern verantwortlich. In der Ukraine stieg der Einsatz von Drohnen bei Angriffen auf Bildungseinrichtungen um 358 Prozent.

„Der Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten nimmt der Zivilbevölkerung systematisch den Zugang zu lebenswichtigen Einrichtungen“, warnte Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Arbeit von Handicap International Deutschland. Insgesamt wurden Schäden und Opfer in 65 Ländern und Gebieten registriert.

kna

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