Mehr als 300.000 Versicherte profitieren von neuer Pflegebegutachtung

Essen – Die medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft. „Mit der neuen Begutachtung konnten im Vergleich zu 2016 rund 304.000 Versicherte neu anerkannt werden“, begrüßte Peter Pick, Geschäftsführer des medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), diese Entwicklung. Mehr Menschen hätten nun früher und insgesamt einen besseren Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung.
Anfang 2017 war ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt worden. Die drei bisherigen Pflegestufen wurden durch fünf Pflegegrade ersetzt. Der Zeitaufwand für die Pflege spielt nicht mehr die ausschlaggebende Rolle. Zudem bekommen Menschen, deren Geisteskraft nachlässt, einen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung.
2017 haben die MDK-Gutachter mehr als 1,6 Millionen Versicherte nach dem neuen Verfahren begutachtet. Bei rund 1,4 Millionen Versicherten empfahlen die Gutachter einen der fünf Pflegegrade. Etwa 820.000 dieser Versicherten haben erstmals Leistungen erhalten. Darüber hinaus wurden in den ersten Monaten dieses Jahres zusätzlich über 268.000 Versicherte nach dem alten Verfahren begutachtet, die – sofern Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde – dann in einen der fünf Pflegegrade übergeleitet wurden. Dabei handelt es sich um Personen, die vor dem 1. Januar 2017 einen Antrag gestellt hatten.
„Die neue Pflegebegutachtung hat den Praxistest erfolgreich bestanden“, zieht der MDS ein Fazit. Im nächsten Schritt komme es darauf an, die Versorgung weiterzuentwickeln. „In allen Bereichen sind weitere Aktivitäten aller Akteure notwendig, um mit bedarfsgerechten Angeboten die Ressourcen der pflegebedürftigen Menschen zu stärken und ihre Selbstständigkeit soweit als möglich zu erhalten“, betonte Pick.
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