Mehr als jeder Dritte in Deutschland hat Schlafprobleme

Berlin – Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland gibt an, regelmäßig Schlafprobleme zu haben. 31,7 Prozent berichteten in einer Befragung des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Durchschlafstörungen, 16,3 Prozent von Problemen beim Einschlafen und fast 13 Prozent gaben an, unter beidem zu leiden.
Die Ergebnisse beruhen auf einer Befragung von mehr als 14.000 Frauen und mehr als 12.000 Männern im Jahr 2024. Eine Durchschlafstörung lag vor, wenn die befragte Person angab, dreimal oder häufiger pro Woche betroffen zu sein. Für Einschlafstörungen galten dieselben Kriterien.
Insgesamt schlafen die Menschen in Deutschland im Schnitt schlechter als noch vor etwa 15 Jahren, wie aus dem Beitrag im Journal of Health Monitoring hervorgeht: Im Zeitraum 2008 bis 2011 hatten rund 30 Prozent der Erwachsenen Schlafprobleme, 2024 waren es gut 35 Prozent.
Die Autoren des Berichts haben dafür verschiedene Erklärungsansätze: Zum einen könne die gestiegene Smartphonenutzung eine Rolle spielen, aber auch die verschiedenen gesellschaftlichen Krisen – von Pandemiefolgen über den Klimawandel bis hin zu militärischen Konflikten.
Frauen sind der Befragung aus dem Jahr 2024 zufolge häufiger betroffen als Männer. So gaben 20 Prozent der weiblichen Befragten an, zuletzt Einschlafstörungen gehabt zu haben (Männer: 13 Prozent), 36 Prozent berichteten von Durchschlafstörungen (Männer: 27 Prozent).
Die Fachleute erklären dies zum einen mit hormonellen Veränderungen etwa während Schwangerschaften oder den Wechseljahren sowie mit einem höheren Risiko etwa für Depressionen und Angststörungen, die oft mit Schlafproblemen einhergehen.
Beim Alter zeigte sich kein klarer Trend in Bezug auf Schlafstörungen. Beim Bildungsstand hingegen schon: Es zeigten sich „höhere Prävalenzen insbesondere bei Frauen und Menschen aus der niedrigen Bildungsgruppe“, schreiben die RKI-Forschenden.
Wenn Schlafprobleme länger anhalten und sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und die sonstige Lebensqualität auswirken, kann es sich um eine Insomnie – also eine krankhafte Schlafstörung – handeln. Eine solche Störung erhöht das Risiko für psychische Störungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere negative Folgen.
Die RKI-Experten empfehlen Betroffenen, sich ärztlichen Rat zu holen, wenn Schlafprobleme über längere Zeit anhalten. Darüber hinaus könne man sich um eine gute Schlafhygiene bemühen – also etwa feste Schlafenszeiten, keine Smartphonenutzung direkt vor dem Schlafen, kein Alkohol, Koffein oder Nikotin.
Im Rahmen der Panel-Befragung „Gesundheit in Deutschland“ befragt das RKI regelmäßig die deutschsprachige Bevölkerung in privaten Haushalten, um gesundheitliche Entwicklungen im Zeitverlauf abbilden zu können.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: