Merz betont besondere Rolle der Gesundheitswirtschaft

Barleben – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will die industrielle Gesundheitswirtschaft in Deutschland stärken. Der Gesundheitssektor sei der „am schnellsten wachsende Sektor unserer Volkswirtschaft“, sagte Merz nach einem Besuch beim Pharmaunternehmen Sandoz in Barleben in Sachsen-Anhalt.
In diesem Bereich würden in den nächsten Jahren die meisten neuen Arbeitsplätze geschaffen, so Merz. In den vergangenen Jahren habe man gesehen, dass es bei Lieferketten Abhängigkeiten gebe, sagte der CDU-Politiker.
Deshalb sei „eine starke industrielle Basis“ für resiliente und verlässliche Patientenversorgung in Deutschland und in Europa mit kritischen Arzneimitteln „eine strategische Frage“. Der Kanzler betonte, dass Sachsen-Anhalt dabei ein wichtiger Standort sei.
Mit knapp 1.400 Mitarbeitern zählt der Standort Barleben nach Angaben von Sandoz zu den modernsten Medizinproduktionszentren Europas. Dort werden pro Jahr mehr als elf Milliarden Tabletten hergestellt.
Sachsen-Anhalt soll nach dem Willen von Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zu einem der Top-Pharmastandorte in ganz Europa werden. Schulze verwies auf verschiedene Investitionen, die es aktuell schon im Land gebe. Es gehe hier um die Zukunftsfähigkeit des Bundeslandes, sagte Schulze.
Die Pharmaindustrie spielt in der Debatte um Einsparungen für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland gerade eine besondere Rolle. Verschiedene Unternehmen hatten die Pläne der Bundesregierung stark kritisiert und angekündigte Investitionen zurückgestellt oder gestrichen.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte betont, dass alle einen Beitrag leisten müssten. Kritiker bemängeln allerdings, dass die Pharmaindustrie eine zu kleine Belastungen tragen muss und mehr zur Konsolidierung beitragen könnte.
Nach einer Anhörung im Bundestagsgesundheitsausschuss zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werden Änderungen am Gesetzentwurf in dieser Woche erwartet. Es wird für wahrscheinlich gehalten, dass aus der vorgesehen Dynamisierung des Herstellerabschlags ein Fixabschlag werden könnte.
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