Millionen Euro für Kliniken, kein Cent für Praxen in Bremen

Bremen – Infolge der Energiekrise hat das Land Bremen einen regionalen Rettungsschirm für Krankenhäuser aufgespannt. Dafür sollen 57 Millionen Euro abgerufen worden sein, wie die Kassenärztliche Vereinigung Bremen heute mitteilte. Sie übt deutliche Kritik daran, dass die Vertragsärzte erneut benachteiligt werden.
Die KV-Vorstände Bernhard Rochell und Peter Kurt Josenhans stellten klar, dass es gut sei, dass das Land aktiv geworden sei. Es sei allerdings „schlecht, dass einmal mehr die Praxen außer Acht gelassen werden.“
Rochell und Josenhans weisen darauf hin, dass auch viele niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im Land Bremen angesichts explodierender Betriebs- und Personalkosten Unterstützung benötigen.
Sie kritisierten, der ambulante Sektor werde seit 15 Jahren kaputtgespart. In dieser Zeit sei die medizinische ambulante Versorgung der Bevölkerung jährlich unterhalb der Inflationsrate finanziert worden, was angesichts der jüngsten Teuerungsraten nicht mehr zu kompensieren sei. Das zugrundeliegende gesetzliche Finanzierungssystem sei damit gescheitert.
Die KV Bremen fordert daher, dass als Sofortmaßnahme der Rettungsschirm des Landes Bremen auf den ambulanten Bereich ausgedehnt wird. „Es wäre nur gerecht, wenn das Land im Rahmen seiner Daseinsvorsorge nicht nur den Krankenhäusern hilft, sondern auch die Praxen in Bremen und Bremerhaven einbezieht,“ fordern die Vorstände der KV Bremen.
Immerhin würden 90 Prozent der Patienten in den Praxen versorgt. Die KV Bremen appelliert eindringlich an die politisch Verantwortlichen, die Benachteiligung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten gegenüber dem Krankenhaussektor endlich zu beenden. Die finanziellen Belastungen könnten nicht mehr ohne Einschränkungen der Versorgung wie etwa verlängerte Wartezeiten auf Praxistermine hingenommen werden.
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