Vermischtes

Mindesteigenanteil für Heimpflege fast so hoch wie Durchschnittsrente

  • Montag, 13. April 2026
/Osterland, stock.adobe.com
/Osterland, stock.adobe.com

Berlin – Der Mindesteigenanteil für Pflegebedürftige in Heimen ist fast so hoch wie die durchschnittlich ausbezahlte Rente. Das geht aus einer Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Demnach lag der sogenannte einrichtungseinheitliche Eigenanteil im Jahr 2024 bei 920 Euro, während der Rentenzahlbetrag im selben Jahr 1.154 Euro betrug.

Seitdem ist der Eigenanteil für die Heimpflege den Angaben zufolge weiter gestiegen: auf 1.028 Euro im Jahr 2025 und 1.104 Euro im Jahr 2026. Tatsächlich müssen Pflegebedürftige in Heimen jedoch einen deutlich höheren Anteil aufbringen, zuletzt durchschnittlich 3.245 Euro monatlich.

Aus einer niedrigen Altersrente in der gesetzlichen Rentenversicherung könne grundsätzlich aber nicht auf ein niedriges Alterseinkommen geschlossen werden, zitiert das RND aus der Antwort des Gesundheitsministeriums (BMG). Weitere Alterseinkommen und der Haushaltskontext seien nicht berücksichtigt.

„Gerade bei geringen Renten bestehen oft auch Ansprüche in anderen Sicherungssystemen, über die in der Statistik der Deutschen Rentenversicherung keine Informationen vorliegen“, so das Gesundheitsministerium weiter.

Evelyn Schötz, Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag für Pflege und psychische Gesundheit, kritisierte hingegen: „Pflegebedürftigkeit frisst die Rente auf – und räumt in kürzester Zeit jedes Sparbuch leer. Menschen werden unverschuldet in die Armut gedrängt.“

Sie forderte, die Eigenanteile zu senken. Die Kosten für die Pflege in einer Pflegevollversicherung müssten komplett übernommen werden. Dafür sollten alle einzahlen – auch Bundestagsabgeordnete und Beamte.

kna

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung