Ministerin Drese: Tagespflege könnte teurer werden

Schwerin – Die Tagespflege könnte nach Einschätzung von Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) bald teurer werden. Das vom Bund geplante Pflegeneuordnungsgesetz treffe die Tagespflege durch Einschnitte beim Entlastungsbetrag und bei der Verhinderungspflege, teilte Drese in Schwerin mit.
„Dadurch steigt der Eigenanteil und können Angebote nicht mehr wie bisher genutzt werden.“ Sie forderte dringend Nachbesserungen im Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett vergangene Woche beschlossen hatte.
Aktuell gibt es nach Dreses Worten in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 220 Tagespflegen mit über 5.000 Plätzen. Käme das Gesetz wie geplant, würde es aus ihrer Sicht zu sinkender Auslastung, Standortschließungen und weniger Entlastung für pflegende Angehörige führen. „Damit würden wir die Menschen sehenden Auges in die vollstationäre Pflege drängen“, warnte die Ministerin.
In Mecklenburg-Vorpommern leben laut Ministerium rund 140.000 Pflegebedürftige. Von ihnen würden 86 Prozent zu Hause versorgt. Die Tagespflege sei dafür ein wichtiger Baustein, sagte Drese. Sie entlaste pflegende Angehörige.
Das Bundeskabinett hatte vergangene Woche die erste Stufe einer Pflegereform auf den Weg gebracht, die vor allem die extreme Finanznot der Pflegeversicherung zunächst etwas lindern soll. Der Entwurf muss noch durch Bundestag und Bundesrat und dürfte dort noch verändert werden.
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