Neue Praxisinformationen zu Mangelernährung im Alter

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat zwei neue Patientenflyer für die Bereiche Mangelernährung und Proteinversorgung älterer Menschen vorgestellt.
„Hausarztpraxen, Geriaterinnen und Geriater, Pflegeeinrichtungen und weiteren Versorgungspartnern bieten die Flyer ein niedrigschwelliges Instrument, um Mangelernährung und unzureichende Proteinaufnahme strukturiert anzusprechen, zu erklären und erste Maßnahmen einzuleiten“, erläuterte die Leiterin der Arbeitsgruppe Ernährung und Stoffwechsel der DGG, Mirja Katrin Modreker.
Der Flyer zur Mangelernährung erklärt leicht verständlich, woran Betroffene und Angehörige eine Mangelernährung erkennen – etwa an ungewolltem Gewichtsverlust, weniger Appetit und zunehmender Schwäche – und zeigt typische Ursachen auf, etwa akute oder chronische Erkrankungen, Kau- und Schluckstörungen, Einsamkeit oder eingeschränkte Mobilität.
Dazu gibt die DGG-Arbeitsgruppe direkt umsetzbare Lösungsideen, zum Beispiel die Verwendung appetitanregender Gewürze und das Anreichern von Speisen mit hochkalorischen Komponenten.
Der Protein-Flyer legt den Fokus auf eine ausreichende Eiweißzufuhr als Schlüssel, um Muskelkraft, Knochenstabilität und ein starkes Immunsystem im Alter zu erhalten.
In Tabellen wird der Proteingehalt typischer Lebensmittel nach üblichen Portionen angegeben und mit alltagstauglichen Tipps verknüpft – etwa Quark als Brotaufstrich zu nutzen, ein Ei in die Suppe einzurühren, Gemüse mit Käse zu überbacken oder proteinreiche Zwischenmahlzeiten wie Obstquark, Joghurt mit Nussmus oder ein gekochtes Ei einzuplanen.
Menschen ab 65 Jahren benötigen laut der DGG in der Regel mehr Eiweiß als jüngere Erwachsene: Empfohlen werden etwa ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und bei Krankheit meist noch höhere Mengen.
„Diese altersgerechte Empfehlung spiegelt den aktuellen wissenschaftlichen Stand wider und ist für viele Patientinnen und Patienten neu, die oft noch von deutlich niedrigeren Richtwerten ausgehen“, hieß es aus der Fachgesellschaft.
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