Neuer Impfkalender der STIKO empfiehlt Zoster-Impfung und weitet FSME-Risikogebiete aus

Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut hat den Impfkalender für die nächste Saison veröffentlicht. Neu ist eine generelle Empfehlung zur Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem Totimpfstoff und die Ausweitung der Risikogebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Ein erster Impfstoff gegen Herpes Zoster wurde zwar bereits 2013 eingeführt. Die Schutzwirkung des attenuierten Lebendimpfstoffs war jedoch gering, so dass die STIKO keine allgemeine Empfehlung abgab. Der 2018 eingeführte gentechnische Totimpfstoff Shingrix, der das Glykoprotein E mit dem Adjuvans AS01B kombiniert, erzielt jedoch eine deutlich bessere Wirkung. In der ZOE 50-Studie wurden bis ins hohe Alter über 95 % der Geimpften vor einem Herpes Zoster geschützt, an dem sonst etwa die Hälfte aller Menschen vor dem 85. Lebensjahr erkrankt.
Die STIKO empfiehlt den Impfstoff bereits seit Dezember 2018. Im März 2019 hat der Gemeinsame Bundesausschuss die Impfung zur Kassenleistung erklärt. Die Nachfrage ist offenbar hoch. Im Mai 2019 gab der Hersteller einen Lieferengpass bekannt.
Die STIKO empfiehlt den Impfstoff für alle Personen ab 60 Jahren. Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung sollten sich bereits ab dem Alter von 50 Jahren impfen lassen. Dazu gehören unter anderem Patienten mit HIV-Infektion, rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematodes, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Asthma bronchiale, chronischer Niereninsuffizienz oder Diabetes mellitus.
Impfen lassen können sich auch Menschen, die schon einmal an einer Gürtelrose erkrankt waren. Die Erkrankung, die auf einer Reaktivierung des mit den Windpocken im Kindesalter erworbenen Herpes Zoster-Virus beruht, kann mehrfach auftreten.
Impfung erst nach akuter Erkrankung
Eine therapeutische Wirkung nach Ausbruch der Gürtelrose hat der Impfstoff nicht. Auch die postherapeutische Neuralgie lässt sich nicht lindern. Die Impfung sollte nach Ansicht der STIKO daher erst zu einem Zeitpunkt erfolgen, wenn die akute Erkrankung vorüber ist und die Symptome abgeklungen sind.
Bei der FSME wurden die Risikogebiete im Februar 2019 ausgeweitet. Die Erkrankung, die lange Zeit nur südlich des Mains auftrat, hat inzwischen auch in mehreren Regionen Nord- und Ostdeutschlands Fuß gefasst. Neu hinzugekommen sind 2019 in Niedersachsen der Landkreis Emsland und in Sachsen der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. In Bayern tritt die FSME inzwischen auch in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech und Kaufbeuren auf.
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