Neues Netzwerk soll die Grundlagenforschung zu psychischen Erkrankungen verstärken

Hildesheim/Bonn – Ein neues nationales Netzwerk „Scientific Network for Experimental Psychopathology and Psychotherapy“ (SNEPP) soll die Grundlagenforschung zu psychischen Erkrankungen verstärken und mit der Klinik verknüpfen. Ziel ist es, psychotherapeutische Verfahren auf Basis experimenteller Forschung zu optimieren.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das interdisziplinäre Netzwerk mit zwanzig geförderten und weiteren assoziierten Mitgliedern für drei Jahre.
„Die gängige klassifikatorische Diagnostik greift oft zu kurz. Viele Patientinnen und Patienten zeigen Symptomkonstellationen, die sich nicht klar einer Erkrankung zuordnen lassen – oder sie sprechen trotz Diagnose nicht auf die Therapie an“, erläuterte Jan Richter, Professor für Experimentelle Psychopathologie an der Universität Hildesheim und Antragsteller von SNEPP.
Das Netzwerk soll psychische Erkrankungen nicht länger ausschließlich anhand diagnostischer Kategorien betrachten, sondern die zugrunde liegenden bio-psycho-sozialen Mechanismen in den Mittelpunkt stellen. Der Fokus liegt auf der experimentellen Psychopathologie und Psychotherapie – einem interdisziplinären Forschungsfeld, das Erkenntnisse aus Psychologie, Neurowissenschaften und Verhaltensforschung vereint.
„Mit Workshops und Vortragsreihen soll das Thema langfristig in der Forschungslandschaft etabliert werden. In Planung ist außerdem ein Grundlagenbuch, das den aktuellen und komplexen Forschungsstand an einem Ort sammelt“, so Richter.
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