Niedersächsische Vertragsärzte leisten mehr als eine Million unbezahlte Arbeitsstunden
Hannover – Die rund 14.700 niedersächsischen Vertragsärzte und -psychotherapeuten in Niedersachsen haben im laufenden dritten Quartal 2017 über eine Million Überstunden ohne Bezahlung geleistet. Angesichts dieser Zahlen hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) erneut eine grundlegende Reform des Honorarsystems gefordert.
„Der Behandlungsbedarf der Bevölkerung wächst schneller als das von den Kassen zur Verfügung gestellte Budget“, erklärte KVN-Vorstandsvorsitzender Mark Barjenbruch. „Hier muss eine neue Bundesregierung gesundheitspolitisch ansetzen.“ Eine wichtige Zielmarke sei und bleibe dabei, ärztliche Leistungen aus der budgetierten Vergütung in eine extrabudgetäre Einzelleistungsvergütung zu überführen.
Die KVN misst seit Januar 2014 die aufgrund des Honorarbudgets nicht bezahlten Überstunden. Demnach sind in Niedersachsen seitdem fast 17 Millionen Stunden unbezahlter Arbeitszeit angefallen. Gleichzeitig liege die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Kassenärzte laut Ärztemonitor 2016 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bei 53 Stunden.
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