Krankenhäuser fordern Bürokratiegrenze für Arbeitszeit

Berlin/Düsseldorf – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat ihre Forderung nach weniger Bürokratie in der Klinik konkretisiert und von der Politik eine Obergrenze von 20 Prozent bezogen auf die Arbeitszeit von Ärzten und Pflegepersonal gefordert.
„Der immer weiter steigende Dokumentationsaufwand nimmt den Ärzten und Pflegekräften im Krankenhaus zunehmend Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben am Patienten“, erklärte die DKG im Vorfeld des 40. Deutschen Krankenhaustages im Rahmen der Medizinmesse Medica. Von einer neuen Regierungskoalition erwarteten die Krankenhäuser eine deutliche Begrenzung der Kontrollbürokratie bei der Qualitätssicherung. Den Anteil der Arbeitszeit für Dokumentation und Bürokratie auf maximal 20 Prozent zu begrenzen sei „eine Maßnahme zur Verbesserung der Qualität, die der Patienten direkt zu spüren bekommen würde“, hieß es aus der DKG.
Die Krankenhausgesellschaft betonte gleichzeitig, die Qualität der stationären Versorgung solle und müsse ständig weiterentwickelt werden. Die Krankenhäuser unterstützten die Qualitätsoffensive und arbeiteten an der ständigen Verbesserung mit. „Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass die gemessene und nachgewiesene Qualität viele Diskussionen über Qualitätsprobleme als überzogen entlarvt“, so die DKG. Zum Beispiel enthalte der aktuelle Qualitätsreport nach Abschluss des strukturierten Dialogs bei über drei Millionen Datensätzen lediglich 1.761 Auffälligkeiten.
Die DKG hatte gestern einen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt, um dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegenzuwirken und die Attraktivität der Pflegeberufe zu stärken. Ein wichtiger Punkt darin: Überbordende Bürokratie. „Es kann nicht länger hingenommen werden, dass täglich drei Stunden wertvolle Pflegeleistungskraft für teilweise überflüssige Dokumentation aufgebracht werden muss“, erklärte der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.
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